Brief an Müller Energiebilanz: Setzen, sechs!

Herr Müller bekommt täglich Post aus der Lokalredaktion. Foto: Freies Wort

Jennifer Brüsch schreibt an Herrn Müller und macht sich Gedanken zu Kälte und Energieverschwendung.

Natürlich haben Sie Recht, lieber Herr Müller, ... ... nicht nur wegen des immer schmaler werdenden Geldbeutels ist heute mittlerweile jeder zum Energiesparen angehalten. Absolut verständlich, Müller ... Und während ich das so voller Überzeugung schreibe, hoffe ich insgeheim, dass Sie vergessen haben, dass ich Ihnen kürzlich erst erzählt habe, dass ich nie unter 40 Grad dusche. Naja, Zumindest wissen Sie dadurch: Ich bin eine Frostbeule. Und während des letzten Jugendhilfeausschusses im Schülerfreizeitzentrum-Saal fast an meiner Sitzgelegenheit festgefroren. Nun könnte man sagen: Selber Schuld! Wer zu spät kommt, hat eben keinen bequemen und warmen Stuhl. Würde ich auch bejahen. Aber glauben Sie mir, Müller, die Kälte kam nicht nur von unten. In der letzten viertel Stunde der Sitzung habe ich dann – und da waren andere übrigens noch schneller als ich – meinen Mantel übergezogen. Vor mich hin gefröstelt habe ich trotzdem. Womit ich nicht eventuelle Fehler entschuldigen will, weil ich meine durch vor Kälte zitternde Hand unleserlichen Notizen schwer entziffern konnte. Als ich dann irgendwann endlich im Auto saß, liefen während der gesamten, knapp 25-minütigen Fahrt in mein (übrigens auch immer kaltes) Schmiedefeld die Sitzheizung wie auch das Gebläse aus allen Öffnungen und auf noch so erdenklich hoher Stufe. Wenn das noch andere Teilnehmer an diesem Abend so gehandhabt haben ... wäre es vermutlich ökologischer gewesen, die Heizung im Raum einfach wärmer zu stellen, oder?

fragt Jennifer Brüsch

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