Brief an Müller Eine sichere Bank sein

Jessie Morgenroth
Herr Müller bekommt täglich Post aus der Lokalredaktion. Foto: Freies Wort

Jessie Morgenroth schreibt an Herrn Müller und macht sich Gedanken zu Bänken, deren Höhe eine Diskussion entfacht haben.

Natürlich haben Sie recht, lieber Herr Müller, ... ... wenn Sie sagen, dass Sie hinsichtlich der Diskussion um die Bänke im Ilmenauer Stadtpark zwischen den Stühlen, oder eher zwischen den Bänken sitzen. Freilich verstehen Sie die Belange des Seniorenbeirates, der eine oder zwei für ältere Menschen barrierefrei zu verstehende Bänke will. Sie als auch schon gutbetagter, aber freilich noch fitter Mann fragen sich aber gleichzeitig, ob diese paar Zentintimeter denn wirklich den Unterschied machen. Ober besser fragen Sie sich, wie denn ein paar Zentimeter so eine große Debatte in den Ausschüssen entfachen konnten. Klar, wenn man vom Problem nicht direkt betroffen ist, lässt es sich schwer nachvollziehen, dafür lacht es sich leichter. Und trotzdem fragen Sie sich, während Sie einerseits für die Berücksichtigung aller Belange der Menschen einstehen, ob denn jene Menschen, die von solchen Bänken nicht mehr aufstehen können, überhaupt im Stadtpark spazieren gehen? Und wie schafft man nun einen kostengünstigen und alle zufriedenstellenden Kompromiss? Müssen Senioren stets „Arschkissen“ mitschleppen? Nein. Denn Müller, schlau wie Sie sind, haben Sie eine bessere Idee: Die Stadt stellt neben den Bänken Kinositzauflagen bereit, die nach Bedarf als Sitzunterlage für Klein und Groß genutzt werden. Quasi generationengerechte Bänke. Ich freue mich auf Ihren Bürgerhaushaltsvorschlag.

Mit freundlichen Grüßen, Jessie Morgenroth

 

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