Brief an Müller Das schnelle Internet in der Einfahrt

Herr Müller bekommt täglich Post aus der Lokalredaktion. Foto: Freies Wort

Uwe Appelfeller schreibt an Herrn Müller und macht sich Gedanken zum Internetausbau.

Natürlich haben Sie Recht, lieber Herr Müller, ... ... viel ist geredet worden über die Internet-Firmen, deren Mitarbeiter aus aller Herren Länder im Ilmenauer Stadtgebiet Glasfaserkabel verlegen. Im Auftrag großer Kommunikationsunternehmen natürlich, sie verlegen ja keine Kabel zum Selbstzweck. Oft hörte man die Meinung: Die arbeiten schnell und unbürokratisch – gestern tauchten sie auf, legten Kabel unter den Fußweg und heute waren sie schon wieder weg. Irgendwo anders im Stadtgebiet. Manche Anwohner suchten das Haar in der Suppe und den nicht ganz wasserwaagengenau wieder eingesetzten Pflasterstein. Wieder andere kritisierten, dass sie plötzlich nicht auf ihr Grundstück kamen. Was soll ich Ihnen sagen, Herr Müller, mir ging es ähnlich. Ohne Warnung waren die Glasfasertrupps plötzlich in unserer Straße, die Bürgersteige waren offen, Pflastersteine aufgetürmt und mein Auto – stand zum Glück nicht in der Garage, sondern außerhalb des Grundstücks am Straßenrand geparkt. Das hätte Ärger gegeben, weil ich für einen Arzttermin außerhalb von Ilmenau das Auto brauchte, für ein paar berufliche Termine kombiniert mit Kita-Taxi sowieso. Doch bei wem hätte ich mich beschweren sollen? Als ich abends den Vorarbeiter sprechen wollte, war der Bürgersteig schon wieder zugepflastert. Mit einem nicht ganz wasserwaagengenauen Stein in der Mitte – aber lassen wir das. Der Vorarbeiter fragte, ob wir schnelles Internet beantragt haben. Das ging mir dann doch zu schnell. Ich war nur froh, sehr schnell meine Einfahrt wieder zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Appelfeller

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