Breitunger Seen Biotop der besonderen Art

Bärbel Bierstädt
Blick über das Gewässer in Blickrichtung der auf dem Markt in Frauenbreitungen befindlichen Marienkirche (1606 – 1616) mit der im Hintergrund zu sehenden Windkraftanlage, die 1995 errichtet worden ist. Foto: Bärbel Bierstädt

Seit 1950 bilden die einstigen Ortschaften Herrenbreitungen, Frauenbreitungen und Altenbreitungen eine Gemeinde, die heute unter dem Begriff Breitungen geläufig ist.

Die „Breitcher“, wie die hier lebenden Einwohner von den Bewohnern der Stadt Schmalkalden in Mundart genannt werden, anderen Orts werden die Breitunger auch „Sandhoase“ bzw. „Werr-Gänserle“ genannt, können neben einer über 1000-jährigen Geschichte, der Ort wurde bereits 933 urkundlich erwähnt auf ein Kleinod verweisen, dass in unserer Region einmalig ist. Südlich angrenzend befindet sich hier doch eine Seenlandschaft, die zum einen zu einem Eldorado für Natur – und Wanderfreunde gestaltet, zum anderen bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist und beliebt wurde bei Ornithologen.

Für uns heute unvorstellbar, dass dieses Areal mit Einverständnis der Gemeindeverwaltung zwischen 1933 bis 1957 als Entsorgungsdeponie von der Deutschen Reichsbahn missbraucht wurde; die am nordwestlichen Seeufer täglich 20 bis 30 Waggons von Abraum und Bauschutt verkippte. Detailliert nachzulesen im Breitunger Heimatbuch 1993; Dank der damaligen Recherchen und Ausarbeitungen von Karl Dittmar.

Nur durch die außerordentlichen, tatkräftigen, in der Freizeit absolvierten Arbeiten von Natur- und Heimatfreunden gelang, was Skeptiker und ironische Zeitgenossen seinerzeit für unmöglich hielten: Ein Gebiet zu schaffen, dass 1967 dann sogar unter Naturschutz gestellt wurde.

Zu Recht, können auf der insgesamt 18 Hektar großen Wasserfläche hier und heute unter anderem die imposanten Haubentaucher beobachtet werden; die erkennbar durch ihre schwarz gefärbte aufgestellte Haube nur an Gewässern mit ausreichender Ufervegetation anzutreffen sind. Die sich von kleinen Fischen, Krebsen und Wasserinsekten ernähren und: Die nach abtauchen bis zu 45 Sekunden unter Wasser bleiben können!

Weit genug vom Ufer entfernt hat im April 2022 ein Pärchen dieser faszinierenden Wasservögel ein Nest gebaut, in dessen Mitte sich eine weiche Mulde aus verrotteten Pflanzen und Algen befindet; für die empfindlichen Eier.

Faszinierend bei den 50 Zentimeter großen Vögeln, deren Hals und Bauch mit weißen Federn bestückt ist: Männchen und Weibchen teilen sich die Arbeit nicht nur beim Bau des Nestes: Auch beim ausbrüten der Eier übernehmen beide gleichermaßen Verantwortung. Und wechseln sich dabei in schöner Regelmäßigkeit ab. Im Abstand von 30 Minuten bis zu zwei Stunden.

 

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