Breitungen Steppenmöwen als neue Gäste

Die Steppenmöwe mit einem gelben Kennring rastete am 18. April auf einer Sitzwarte im Naturschutzgebiet Breitunger Seen. Foto: Klaus /Schmidt

Sie sind groß wie Bussarde und neu im Werratal: Steppenmöwen und Mittelmeermöwen. Sie fühlen sich offenbar auch an den Breitunger Seen wohl.

Breitungen/Immelborn - Die Artbestimmung der gelegentlich erscheinenden Großmöwen ist schwierig. Es gibt viele ähnliche Spezies. Außerdem haben diese Seevögel in den ersten vier Lebensjahren ein stets verändertes unscheinbares Jugendgefieder. Neuerdings treten gelegentlich zwei verschiedene bussardgroße Möwenarten im Werratal auf, die noch vor Jahren nicht in den Büchern zu finden waren. Es handelt sich dabei meist um Steppenmöwen, selten um Mittelmeermöwen. Nur in der allerneuesten Fachliteratur sind sie verzeichnet. Noch vor drei Jahrzehnten rechnete man sie alle zu den Silbermöwen. Erst detaillierte Forschungen ergaben die Aufspaltung in die drei unterschiedlichen Großmöwenarten.

Beobachtungen und auch Ringablesungen aus jüngster Zeit belegen, dass die beiden, neu erkannten, Arten regelmäßige Gäste und nun auch als lokale Brutvögel in Mitteldeutschland vorkommen. Die Artzugehörigkeit der verschiedenen Altersstufen der Jungvögel ist nur von wenigen Artspezialisten bei günstiger Beobachtung oder nach Fang sicher zu identifizieren. Bei der Unterscheidung von Steppen- und Mittelmeermöwe geben unter anderem die Farbe der Augen und der Beine sowie spezifische schwarze Muster auf konkreten weißen Flügelfedern wichtige Hinweise.

Von einer Steppenmöwe konnte mehrfach der gelbe Fußring fotografiert und dadurch erkannt werden. Der Seevogel wurde am 22. März am Forstloch bei Immelborn und am 3. April am Breitunger See im Flug fotografiert. Dabei war auf dem gelben Ring die Aufschrift der Vogelwarte Hiddensee zu entziffern. Über die Beringungszentrale war zu erfahren, dass diese Steppenmöwe im Juni 2018 in einer Entfernung von 185 km bei Laußig in Sachsen als noch nicht flugfähiger Jungvogel von einem Beringer gekennzeichnet wurde. Neun weitere Wiederfunde liegen von diesem Vogel aus Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Thüringen vor. Dies zeigt die große Flugaktivität der Möwe. Der letzte Nachweis stammt erneut von den Breitunger Seen, als sich die Möwe auf einer Sitzwarte niederließ.

 

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