Breitungen Schüler verwandeln Plastikabfall in Lineale

Annett Recknagel

Aus Flaschendeckeln werden Lineale: In einer mobilen Upcyclingfabrik erleben Breitunger Schüler, wie aus Plastikmüll neue Produkte entstehen – und staunen selbst.

Die Klasse 5a ging im Bereich Bahnhof, Neubaugebiet und Sporthalle auf Müllsammlung und wurde fündig. Foto: Annett Recknagel

Lernen, Ausprobieren, Selber machen stand an der Wand. Und genau so war es auch. Lotte und Valerie entschieden sich für ein Lineal. Dafür mussten sie zunächst den Schredder bestücken. Mit ausrangierten und gereinigten Plastikdeckeln von Flaschen zum Beispiel. Das entstandene Granulat kam danach in eine Spritzgussmaschine, wurde erhitzt, zerquetscht und in eine Form gepresst. Die Masse erinnerte ein bisschen an Kaugummi. Leon De Bor von der Jens Ebert AG aus Hirschfeld übergab die Form mit Inhalt an die Schüler. Dann hieß es warten. Der Inhalt war schnell ausgekühlt und getrocknet. Nach dem Öffnen freuten sich Lotte und Valerie über ihr Lineal.

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In der mobilen Upcyclingfactory, die in dieser Woche auf dem Schulhof der Breitunger Regelschule vorgefahren war, herrschte Hochbetrieb. Der Trailer gehört der Jens Ebert AG, die damit unter professioneller Anleitung in Kindereinrichtungen und Schulen präsent ist und zeigt, wie aus Altplastik ein neues Produkt entsteht. Zudem gibt es im theoretischen Teil viel Wissenswertes rund um die Thematik Kunststoffwiederverwertung.

Rosalie zeigt den Kreisel, der aus Granulat hergestellt wurde. Foto: Annett Recknagel

Zwei Wochen lang Müll gesammelt

Den Plastikmüll – angefangen von PET-Deckeln über Joghurtbecher und andere Verpackungen aus Plastik – hatten die Mädchen und Jungen in den vergangenen zwei Wochen gesammelt. Zum Projekttag, der unter der großen Überschrift Nachhaltigkeit stand, erlebten sie nun mit, wie aus dem gesammelten Plastikabfall neue Produkte werden. Im Theorieteil hörten sie auch Wichtiges zum Upcycling. Das meint: Ausrangierte Produkte einer neuen, höherwertigen Nutzung zuzuführen.

Im Trailer, der mit leicht bedienbaren Recyclingmaschinen versehen war, konnten die Schüler das gut nachvollziehen und durften selbst das Rad der Spitzgussmaschine bewegen.

In der mobilen Upcyclingfactory entstand aus Plastikgranulat ein neues Produkt. Die Schüler durften das Rad der Spritzgussmaschine selbst bewegen. Foto: Annett Recknagel

Umweltbewusstsein fördern

Durch das Projekt soll das Umweltbewusstsein der jungen Leute gefördert werden. Heißt: Plastikabfall gehört nicht achtlos in der Natur entsorgt. Weil sich daran leider noch nicht jeder hält, gehörte zum Projekt auch eine Müllsammelaktion. Die Klasse 5a beispielsweise war am Bahnhof und im Neubaugebiet unterwegs und kam mit fünf großen Müllsäcken zurück. Selbst einen alten Regenschirm und einen Besen hatten sie gefunden. Entsorgt wurde das alles von der Gemeinde.

Das Projekt an der Regelschule wurde durch die Rhön-Rennsteig-Sparkasse begleitet und finanziell unterstützt. Die Schüler selbst waren sehr engagiert und staunten, wie aus vermeintlichem Müll etwas Sinnvolles entstehen kann.