Breitungen Museum zeigt erstmals seinen Münzschatz

Birgitt Schunk
Zurück in die Vergangenheit geht es im Aktivmuseum in Breitungen. Foto:  

Am 15. Mai ist der Internationale Museumstag. „Museen mit Freude entdecken“ ist 2022 das Motto. Auch nach Breitungen wird eingeladen.

Landauf, landab wird dazu aufgerufen, wieder einmal in einem Museum vorbei zu schauen. Die Häuser lassen sich vielfach etwas einfallen für diesen Tag. Das Breitunger Aktivmuseum im Schloss wird so seinen Münzschatz erstmals präsentieren. Breitungen war einst schließlich Münzprägestätte – und das war schon etwas Besonderes. „Nur wer das Marktrecht hatte, durfte auch prägen“, weiß Museumsleiterin Cornelia Reum. Und so reifte immer mehr der Gedanke, Geld aus jener Zeit in die Ausstellung zu holen. Doch das war nicht so einfach. Auch Breitungens Bürgermeister Ronny Römhild, der sich viele Jahre schon für alte Münzen interessiert, ließ dieser Gedanke nicht mehr los. Er schaut sich um, stöberte im Internet, wälzte Literatur. „Drei Jahre hat es gedauert, bis ich fündig wurde“, sagt er. „Wenn man Glück hat, löst jemand seine Sammlung auf und man hat die Möglichkeit, wertvolle Stücke zu ersteigern.“ Und so kam es dann auch. Aus dem Nachlass von Prof. Dr. Jürgen Müller, einem namhaften Numismatiker aus Berlin, gelangten zwei Münzen aus der Zeit um 1260 in die Werratalgemeinde. Spezialisten wiesen diese der Münzprägestätte Breitungen zu. „Das ist für Laien schwierig, denn die Stücke enthalten nicht wie etwa heute Ortsangaben oder Jahreszahlen“, sagt Cornelia Reum. „Wir wissen auch noch nicht, wo die einstige Münzprägestätte hier bei uns war.“ Insofern sei dies erst einmal nur ein Anfang weiterer Forschungen – aber ein spannender. „Da gibt es noch einige Geheimnisse zu entdecken.“

Präsentiert werden die Münzen am Sonntag, den 15. Mai. Los geht es um 14 Uhr in der Basilika mit Harfenklängen von „SAITENZAUBER“ – ehe dann Geschichten und Anekdoten rund um die Münzen zum Besten gegeben werden. Zu Kaffee und Kuchen wird ab 15.30 Uhr in den Kräutergarten eingeladen. Zwischen 15.30 und 17.30 Uhr erwartet die Klostermaus die Jüngsten zu Spiel und Spaß. In dieser Zeit sind natürlich auch die Museumstüren für alle Besucher offen, der Eintritt ist frei.

Doch schon am Vortag (14. Mai) dürfen sich die Gäste auf eine Abendführung ab 20 Uhr freuen. Hierfür muss man sich allerdings anmelden unter Telefon (036848) 88221 oder (0176) 11188221, der Eintritt kostet 6 Euro. Sollten sehr viele Anmeldungen vorliegen, könnte es auch bereits ab 18 Uhr eine Führung geben, heißt es aus dem Museum. „Kloster-Tat-Orten auf der Spur“ heißt das Motto. Und natürlich wird es auch einen Gruß aus der Klosterküche geben. Was das sein wird, das verrät Cornelia Reum noch nicht.

Auch über den Museumstag hinaus ist die Einrichtung inzwischen in die Saison gestartet. Seit 1994 hat das Aktivmuseum im Schloss seine Pforten geöffnet. Die Breitunger waren damals anderen musealen Einrichtungen ein ganzes Stück voraus. „Selbst etwas tun und machen zu dürfen, war damals noch nicht so verbreitet – heute setzen viele drauf“, sagt Cornelia Reum. So kann man heute hier aktiv sein, Brot backen, Tee zubereiten, Butter herstellen, Schule von anno dazumal erleben, alte Spiele aufleben lassen oder in die Kräuterkunde eintauchen. Solche Veranstaltungen werden angeboten, können auch für Gruppen gesondert gebucht werden. War es lange Jahre vor allem das Leben der Dorfbevölkerung plus ein wenig Orts- und Klostergeschichte, so spielen heute die einstigen Klöster Breitungens die Hauptrolle. „Tatort Kloster“ lautet nämlich die Ausstellung, die neu konzipiert und 2018 eröffnet wurde – und der Titel macht schon mal neugierig. Das Museum hat bis Ende Oktober, mittwochs und freitags von 10 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr, geöffnet, zudem jeden ersten und dritten Sonntag, von 14 bis 17 Uhr.

 

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