Es ist ungewöhnlich, wenn der Kunde selbst zum Spaten greift. Zumindest beim Baustart, so wie am Dienstag im Gewerbegebiet Walldorf. Doch beim symbolischen Spatenstich waren trotz jahrelangen Frust auf die Deutsche Telekom und Genehmigungsbehörden überall frohe Mienen zu sehen. Gemeinsam griffen Anlieger, Baufirma und Stadtpolitik zum Spaten, um den Weg für die Datenautobahn endgültig frei zu machen. Schließlich hatten sie in den vergangenen Monaten auch gemeinsam an der Lösung des Problems gearbeitet. Seit dem Jahr 2016 bemühte sich die Gemeinde Walldorf um den Breitbandausbau. Doch da führte bislang kein Weg hin. Selbst als sich das nur 350 Meter entfernte Bildungswerk (BiW) Bau Hessen-Thüringen einen Glasfaseranschluss errichten ließ, war daran keine Anbindung möglich. Gut, auf eigene Kosten wäre das schon gegangen. Aber die Straße im Gewerbegebiet bauen sich Unternehmen auch nicht selbst, warum also die Datenautobahn? Das fragten sich die Anliegerfirmen und bestanden auf einer Erschließung durch die Kommune. Schnelles Internet gehöre für Gewerbe und Industrie mittlerweile zur Infrastruktur, also möchte das in einem Gewerbegebiet auch vorhanden sein, lautete die Meinung der Firmen vor Ort.