Brauhaus Gleichamberg Ein Fest für Hopfen und Malz

Kurt Lautensack

Genau drei Jahre waren in Gleichamberg seit dem letzten bis zum diesjährigen Brauhausfest vergangen. In dieser Zeit war die Braugemeinde tüchtig mit dem Brauhaus-Innenleben beschäftigt.

Ein reiner frischer Gerstensaft gibt Herzensmut und Muskelkraft“, heißt es in einem der vielen Biersprüche. Dieser körperaufbauende Gerstensaft kann aber nur getrunken werden, wenn im Brauhaus alles intakt ist und funktioniert, gemeint ist die Braueinrichtung. Und damit das Bier auch gelingt, gehört natürlich der Braumeister dazu, und in Gleichamberg ist es gleich ein ganzes Braumeister-Team mit Martin Wachenbrunner, Torsten Krause, Klaus Lang (Milz) und Dietmar Heß.

Doch mit der vorhandenen Technik im Brauhaus lief man Gefahr, eines Tages kein Bier mehr brauen zu können, weil sie teilweise veraltet war. Da erinnerte sich die Braugemeinde an den eingangs erwähnten Spruch, der abgewandelt auch Mut und Kraft zur Erneuerung der Brautechnik sowie zur Erhaltung der Brautradition braucht, nicht zu vergessen natürlich auch Geld.

Bereits während der Vorplanung zum 225-jährigen Brauhausjubiläum 2019 sei man 2018 bei verschiedenen Gesprächen immer wieder auf das Thema Erneuerung der Brautechnik gekommen. Es sei der zu dieser Zeit amtierende Bürgermeister der Stadt Römhild, Günther Köhler gewesen, so das Braumeister-Team, der sie auf die Fördermöglichkeiten durch das Leader-Programm der EU aufmerksam gemacht und sie auch als Vorstandsmitglied der RAG unterstützt habe. Die Regionale Arbeitsgruppe (RAG) Leader Hildburghausen-Sonneberg, dessen Vorsitzender Albert Seifert ist, fördere unter anderem auch die dörfliche Entwicklung und die facettenreiche Kultur der Region, zu der auch traditionelles dörfliches Brauchtum, also auch das Bierbrauen, gehöre.

Ein entsprechender Antrag auf Förderung sei bereits im März 2019 über die RAG gestellt und bewilligt worden, erklärte Torsten Krause, dem später ein zweiter Antrag folgte. So konnte die Erneuerung der Brauhaustechnik erfolgreich umgesetzt werden. Durch die Bewilligung unterstützte die RAG die Braugemeinde mit einer Fördersumme von insgesamt 105 000 Euro. Mit dem Regionalmanager Philipp Rothe hätten sie außerdem einen sehr kompetenten Ansprechpartner gehabt, so Martin Wachenbrunner, der beratend zur Seite gestanden habe. Angeschoben und mit seiner tatkräftigen Hilfe in Gang gesetzt worden seien die gesamten Baumaßnahmen von ihrem leider zu früh verstorbenen Mitglied der Braugemeinde, Thomas Schmidt.

„In der Coronazeit gab es viele fleißige Helfer innerhalb der Braugemeinschaft, die bei der Erneuerung der Inneneinrichtung ordentlich Zeit und Arbeitskraft investiert haben“, meinte auch Klaus Lang. „Ich selbst war manchmal mehr im Gleichamberger Brauhaus als zu Hause bei meiner Frau“, fügte er lachend hinzu. Was bis zum Frühjahr 2022 geschaffen wurde, kann sich wahrlich sehen lassen. So wurde dank der Fördermittel ein komplett neues Kühlschiff aus Edelstahl eingesetzt, die Sudpfanne und sämtliche Rohrleitungen erneuert.

Außerdem wurde eine neue Pumpe installiert und der Sicherheit wegen, eine neue Stahltreppe eingebaut. Der Dachboden wurde ebenfalls komplett erneuert, denn dort steht die Schrotmühle und wird das gekaufte Malz gelagert.

Natürlich mussten auch Eigenmittel eingesetzt und eine hohe Eigenleistung erbracht werden. Da die Braugemeinde in ihren Reihen auch über verschiedene Handwerker verfüge, erklärte Torsten Krause, hätten manche Arbeiten in Eigenleistung fachgerecht ausgeführt werden können. So wurde der Fußboden im Raum, in dem der Gärbottich stehe, komplett gefliest, die gesamte Elektrik im Brauhaus neu installiert und auch das Mauerwerk am Ofen erneuert worden, ergänzte Klaus Lang. Außerdem seien viele helfende Hände für die sogenannten Handlangerarbeiten gebraucht worden. Bis zum Beginn der Brausaison im Frühjahr konnten auch die Restarbeiten abgeschlossen werden.

Mit dem Brauhausfest am vergangenen Wochenende, zu dem die Braugemeinde eigens dafür ein Gebräu in den Fässern hatte, sollten die Baumaßnahmen einen würdigen Abschluss finden. Dabei ging nochmals ein besonderer Dank an die RAG, an Albert Seifert, Günther Köhler und den Regionalmanager Philipp Rothe. Das Fest selbst war bei besten „Bierwetter“ und vielen Besuchern ein voller Erfolg. Sehr dazu beigetragen haben das Kinder- und Jugendorchester Gleichamberg, die Kinder das „Gleichbergwichtel“-Kindergartens, das Alphorn-Quartett aus Milz und die Gleichberg-Musikanten, die bis in die späten Abendstunden für ausgelassene Stimmung sorgten.

 

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