Gespenstisches Schnurren. Schrilles Glockengeläut. Die Hulleweiber ziehen wie in jedem Jahr am 2. Januar durch die verschneiten Straßen von Schnett. Schon lange bevor man die an Hexen erinnernden Gestalten mit gruseligen Masken und einem großen Buckel sieht, kündigen sie sich lautstark an. Ihr Schnurren erinnert dabei nicht an das Wohlfühlgeräusch von Katzen, sondern eher an eine schreiende Horde. Mit ihren Gerten – drei zusammengebundenen Weidenstöcken – verkünden sie Glück, Gesundheit und Fruchtbarkeit für das neue Jahr. Ihre Wünsche verbreiten sie jedoch weniger wort-, sondern vielmehr tatkräftig. Jeder Bewohner von Schnett – ob groß oder klein, Mann oder Frau – und alle Gäste erhalten drei Gertenschläge auf den Rücken. Jeder von ihnen steht für einen der Neujahrswünsche. Der segensbringende Ruf der Hulleweiber, die jeweils mit einem Gertenträger unterwegs sind, ist auf eine Sage zurückzuführen.
Bräuche In Schnett gehen die Hulleweiber um
Maximilian Junker 03.01.2025 - 15:00 Uhr