Boxen Der allererste Kampf

und Ronny Hermann

Nach drei Ausfällen hat der BC Fortuna Ilmenau erneut den Pokal der Stadt vergeben. Für den besten Kampf des Abends sorgt ein Suhler Boxer.

K. o.-Treffer in der zweiten Runde: Bek Bekov (in Blau) besiegt den Erfurter Vincent Niemand. Foto: Boxring 90 Suhl/Ronny Hermann

Dreimal musste der Boxclub Fortuna Ilmenau das Turnier um den Pokal der Stadt zuletzt ausfallen lassen, weil Corona Kontaktsport unmöglich machte. Dieses Jahr brachte die Rückkehr in den Ring. Am Samstag vor einer Woche öffnete man die Tore für die 7. Auflage des eigenen Top-Events.

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St. Pauli boxt mit

Aus den abgegebenen Meldungen konnten die Ilmenauer insgesamt 20 Kämpfe zusammenstellen. Die 40 Kämpfer in den Altersklassen Kadetten, Junioren, Jugendliche und Männer kamen aus zehn Vereinen aus Bayern, Berlin, Hamburg und Thüringen. Die weiteste Anreise, nämlich über fünf Stunden, hatten die Boxer des FC St. Pauli.

Für die überzeugendste Vorstellung des Abends sorgten aber nicht die Kämpfer des exzentrischen Fußballclubs, sondern ein Athlet aus Suhl, vom Verein Boxring 90. Bek Bekov wurde Pokalsieger bei den Männern. Dem in Suhl aufgewachsenen Sohn kaukasischer Eltern gelang in einem bis dahin bereits hochklassigen und vor allem technisch sehenswerten Fight gegen Vincent Niemand (Thüringer Löwen Erfurt) in der zweiten Runde ein entscheidender Niederschlag. Kaum zu glauben: Für den Mann vom Jahrgang 1999 war es sein allererster offizieller Kampf, nachdem er erst im Herbst 2021 zum Boxring 90 Suhl gekommen war.

„Ich habe aber vorher schon im Fitnessstudio und privat viel Boxen trainiert“, verriet er. „Als er zu uns gekommen ist, konnte er jedenfalls schon boxen“, berichtete auch sein Trainer Thomas Schilling. „Und wenn jemand so intensiv trainiert wie er und die Vorgaben seines Trainers so konsequent umsetzt, dann kann dann auch solch eine Leistung herauskommen.“ Es wird sicher interessant sein, den weiteren sportlichen Entwicklungsweg dieses Suhler Boxers zu verfolgen.

Die anderen drei Starter vom Boxring 90 Suhl an diesem Tag in Ilmenau konnten sich in ihren Kämpfen nicht durchsetzen, waren ihren Gegenübern teilweise sogar deutlich unterlegen. Mike Knoth, der erste Boxer, der für die Suhler in der Sporthalle „Am Stollen“ in den Ring stieg, konnte seine Stärke der kraftvollen Schläge nicht ausspielen und unterlag einem Gegner aus Berlin, der in Sachen Ausdauer und Körpergröße klar vorne lag, nach Punkten.

Ben Kahlers erster Kampf endete mit einem sogenannten RSC, einem Referee Stops Contest, also einem Abbruchsieg in der ersten Runde. Sein Gegner vom FC St. Pauli war ihm in Technik und Kraft überlegen. Als vierter Boxer trat Niklas Thürnagel gegen einen Starter vom ASC Nürnberg in den Ring. Thürnagel bestritt in Ilmenau ebenso seinen ersten Kampf. Er platzierte einige gute Treffer, konnte den kräftigen Schlägen seines Kontrahenten in der dritten Runde jedoch nicht mehr standhalten und verlor diesen Kampf durch Abbruch.

Deutlicher Zulauf nach Corona

„Ich bin mächtig stolz auf unsere Jungs und die Arbeit der Trainer“, meinte Ronny Hermann, Vorsitzender des Boxring 90 Suhl, nach dem Kampftag. Nach dem Abklingen der Corona-Pandemie habe der Boxclub einen deutlichen Zulauf bekommen.

Insgesamt trainieren beim Boxring 90, der sein Domizil in Dietzhausen hat, aktuell sieben Wettkampfboxer. Von den zuletzt hier trainierenden ukrainischen Boxern, die „alle hervorragend ausgebildet sind“, ist nicht zu erwarten, dass sie dauerhaft bleiben. „Aber vielleicht wird es ja trotzdem irgendwann auch wieder für einen eigenen Wettkampf reichen“, blickte Trainer Thomas Schilling zum Abschluss voraus.