Blutspende Südthüringen braucht junge Spender

Das Institut für Transfusionsmedizin Suhl ruft dringend zu Blutspenden auf. Viele ältere Spender fallen aus dem System und sind selbst auf Blutkonserven angewiesen. Junge Menschen müssten Spender werden.

Blutspende. Foto: /Michael Bauroth

Ausgehend von einer Fünf-Tage-Woche werden in Thüringen täglich etwa 350 Vollblutspendende benötigt und deutschlandweit rund 15 000 Blutspender, um das Gesundheitssystem mit unverzichtbaren Blutpräparaten sicher versorgen zu können. Damit dieser Vorrat ständig vorgehalten werden kann, braucht es dauerhaft und regelmäßig Blutspender, denn eine Blutkonserve ist nur 42 Tage haltbar.

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Dabei gibt es aber ein paar Probleme. „Im Herbst gibt es tendenziell weniger Blutspender. Das liegt zum einen daran, dass viele in den Herbstferien verreisen und einige auch im Anschluss nicht sofort wieder Blut spenden dürfen. Ein anderer Grund ist die Erkältungs- beziehungsweise Grippezeit. Denn Blut spenden darf nur, wer gesund ist. Weil während der kalten Jahreszeit grundsätzlich mehr Menschen krank werden, fallen auch mehr Blutspender kurzfristig aus. Auch die Zahl der laborbestätigten Corona-Infektionen steigt aktuell weiter an. Und es werden wieder vermehrt Operationen durchgeführt“, berichtet Susanne Brunne vom Institut für Transfusionsmedizin Suhl.

Die Blutspende in Deutschland steht, wie auch andere gesellschaftliche Bereiche, vor der großen Herausforderung des demografischen Wandels, also der älter werdenden Bevölkerung. Deutschland verliert in den nächsten Jahren fast 300 000 Spender aus der spendestarken Babyboomer-Generation. Die Konsequenz: Aus Spendern werden Empfänger, dadurch steigt der Bedarf an Blutpräparaten. Es werden dringend mehr Menschen benötigt, die zum ersten Mal Blut spenden und dann auch regelmäßig.

Aber die Spendebereitschaft in der Bevölkerung sinkt kontinuierlich. Täglich müssen allein vom Suhler Blutspendedienst mehr als 2000 Menschen zu einer Blutspende bewegt werden. Und dieser Wert muss laut Susanne Brunne zukünftig weiter gesteigert werden. Die Zeit für einen Generationswechsel sei längst gekommen. Um das solidarische Versorgungssystem aufrechtzuerhalten, brauche jede Generation ihren eigenen großen Spenderstamm.

„Um die Vorräte an Blutpräparaten im Blutdepot wieder aufzustocken und eine ausreichende Versorgung auch während der bevorstehenden Weihnachtsferien und Feiertage sicherzustellen, bitten wir alle Menschen ab 18 Jahren um Unterstützung“, ruft sie zur Blutspende auf. Mit jeder Blutspende könne bis zu drei kranken und verletzten Menschen geholfen werden.

Voraussetzungen für das Spenden von Blut gibt es nur wenige: Spenden kann jeder Erwachsene ohne relevante Vorerkrankungen ab 18 Jahren. Mit dem Wegfall der Altersobergrenze ist das Alter aktuell kein Ausschlussgrund mehr von der Blutspende. Somit haben mehr Menschen Zugang zur Blutspende und auch ältere Menschen können (wieder) spenden.

Das Alter wird nicht mehr nach dem Geburtsdatum, sondern nach dem körperlichen Status beurteilt. Vor jeder Spende werden Blutdruck, Puls und Temperatur gemessen sowie für die Blutspende notwendige Gesundheitsfragen geklärt. Die Spendetauglichkeit entscheidet im Anschluss der anwesende Arzt.

Vollblutspende: Frauen dürfen vier Mal, Männer sechs Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden, wobei ein Abstand von mindestens acht Wochen zwischen zwei Spenden liegen muss. Plasmaspende: Das Spenden von Blutplasma ist bis zu 60 Mal im Kalenderjahr möglich.