Der OB wurde zum Gesicht einer Stadt, die trauerte, Antworten suchte und mit den Folgen der Tat umgehen musste. "Das war dramatisch und bewegt mich bis heute", sagt Kaminsky. Er trat für die Angehörigen ein und verband Gedenkveranstaltungen immer wieder mit deutlichen Worten gegen Rassismus, Hass und Menschenfeindlichkeit. Teile der Opferfamilien kritisieren bis heute den Umgang von Stadt, Land, Polizei und anderen Behörden mit der Tat und ihren Folgen.
Was bleibt?
Wenn Claus Kaminsky am 30. September 2026 sein Büro im Rathaus endgültig verlässt, wird Hanau nicht dieselbe Stadt sein wie bei seinem Amtsantritt 2003. Die ehemaligen Militärflächen werden neu genutzt, die Innenstadt hat sich verändert und Hanau ist kreisfrei. Finanziell steht Hanau vergleichsweise gut da. Die Erinnerung an den 19. Februar und die Debatte über Verantwortung werden Hanau und seine Politik weiter beschäftigen. Und sicherlich auch Themen sein, die bei der offiziellen Abschiedsfeier für Kaminsky an diesem Samstag zur Sprache kommen.
Ungebetene politische Ratschläge will er als Pensionär nicht geben. Und auch keine Leserbriefe schreiben, verspricht Kaminsky. Sollte er aber die Demokratie in Gefahr sehen, dann will er aktiv werden - wenn es sein muss auch "mit Rollator und Gehstock".