Biosphärentagung in Dermbach Erfolgreiche Projekte und Zukunftsideen

30 Jahre Biosphärenreservat Rhön: Auf der Tagung wurde das Jubiläumsmagazin vorgestellt. Foto:  

140 Gäste haben an einer länderübergreifenden Biosphärentagung in Dermbach teilgenommen. Dort war erstmals der eigens komponierte Biosphärensong „Geliebte Rhön“ zu hören.

Dermbach - Erfolgreiche Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im länderübergreifenden Biosphärenreservat Rhön – zu diesem Thema haben sich auf Einladung der Thüringer Verwaltung rund 140 Gäste auf der Biosphärentagung in der Schlosshalle in Dermbach ausgetauscht. Die Tagung stand ganz im Zeichen des Jubiläums: Zu 30 Jahren Unesco-Biosphärenreservat wurde ein Magazin vorgestellt, und erstmals war der Biosphärensong „Geliebte Rhön“ zu hören.

„Mensch. Natur. Einklang.“ – das Jubiläumsmotto macht deutlich, dass es in Biosphärenreservaten um mehr als Natur- und Artenschutz geht. Auch in der Rhön ist eine wirtschaftliche Entwicklung mit regionalen, ökologischen und sozialen Schwerpunkten das Ziel. Um erfolgreiche Beispiele und zukunftsweisende Ideen drehte sich die Tagung.

„Von der Vermarktung regionaler Produkte über Angebote zum nachhaltigen Tourismus bis zu Projekten zur klimafreundlichen Mobilität – in der Rhön gibt es vielfältige Ideen, um die Schönheit der Natur zu wahren und gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung der Region voranzubringen“, sagte der Thüringer Umweltstaatssekretär Olaf Möller zur Eröffnung. Weitere Grußworte sprachen Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk, Landrat Reinhard Krebs (beide CDU) und Daniel Klee als Koordinator der Kreisentwicklung im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen.

Von der Rhön als Wirtschaftsregion sprach Joanna Izdebski, Geschäftsführerin der TGF Schmalkalden/Dermbach GmbH. Hauptaufgabe der TGF als regionales Wirtschaftsförderungsinstrument ist es, Start-ups und Gründer auf ihrem Weg zu finanzstarken, eigenständigen Unternehmen zu begleiten. Unterstützung erhalten die Jungunternehmen zum Beispiel durch Beratung, Vermietung von Gewerbeflächen und Einbeziehung in Projekte und Netzwerke.

Nachhaltige Jugendarbeit thematisierten Julia Wegener und Daniela Tischendorf vom Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa. Die dezentrale Kinder- und Jugendarbeit auf den Dörfern ist wichtig für die Verbundenheit zur Rhön als Heimat. „Die Jugend möchte in ihrer Freizeit mitbestimmen können. Wenn wir dies ermöglichen, sind das perfekte Voraussetzungen für nachhaltige Jugendarbeit. Die junge Generation sollte in der Rhön stets vertreten bleiben“, betonten die Referentinnen.

Um nachhaltigen Tourismus ging es im Vortrag von Bertram Vogel, Geschäftsführer der Rhön GmbH, die Anfang 2017 die Aufgabe übernommen hatte, die Urlaubsregion Rhön zu fördern und die dort hergestellten Produkte zu vermarkten. Wichtiger Bestandteil ist die Abteilung Dachmarke Rhön, die die Zertifizierung mit dem Siegel „Qualität aus dem Biosphärenreservat“ steuert.

Über den öffentlichen Nahverkehr im nördlichen Teil der Rhön sprach Horst Schauerte, Vorstand von Wartburgmobil. „Ziel ist, dass schon die Anreise mit guten Verbindungen auch ohne Auto möglich ist, da in größeren Städten bis zu 40 Prozent entweder kein Auto oder keinen Führerschein haben.“ Hier biete der „Dorfbus“ seit September 2020 Abhilfe. Erstmals seien auch kleinere Orte und Siedlungen ebenso wie touristische Ziele gut und individuell erreichbar. Digitale Angebote erleichtern den Zugang zum Angebot und den Fahrplänen – von der App über die ersten ePaper-Haltestellen bis zum Handyticket.

Über eine vielversprechende Förderung des Thüringer Umweltministeriums im Bereich der Regionalentwicklung durfte sich in diesem Jahr der Thüringer Teil des Biosphärenreservats freuen: Rund 600 000 Euro flossen in insgesamt 28 innovative Projekte. Das Rhönforum und die Biosphärenreservatsverwaltung begleiten die Kommunen bei der Umsetzung. Noch 2021 entstehen unter anderem neue Lehrpfade und Wanderwege sowie Übernachtungsmöglichkeiten. Einen Einblick in die vielfältigen Ideen der Kommunen gaben Dr. Frank Riedel (Thüringer Verwaltung Biosphärenreservat) und Martin Henkel vom Rhönforum.

Mit ihren Kollegen Michael Geier (Bayern) und Torsten Raab (Hessen), ihrem Vorgänger Karl-Friedrich Abe sowie Anna-Lena Bieneck (Hessen) stellte Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung, das Magazin zum Jubiläum „30 Jahre Unesco-Biosphärenreservat Rhön“ vor, das die Verwaltungen gemeinsam erarbeitet haben. „Das Magazin ist keine historische Chronik, sondern ein kurzweiliger Einblick in unsere Arbeit – gestern, heute und morgen“, betonte Schade. „Auch die eine oder andere Anekdote ist darin zu finden.“ Das Heft ist in der Verwaltung in Zella kostenfrei erhältlich.

Kein Biosphärenreservat ohne kulturelle Vielfalt – und Kultur kam auf der Tagung nicht zu kurz: Die Band JANNA spielte erstmals live den anlässlich des Jubiläums gedichteten Song „Geliebte Rhön“. Diesen kann man ab sofort über den Kanal „Podcast Biosphäre Rhön“ auf allen bekannten Streaming-Plattformen, auf Youtube sowie auf der Homepage des Biosphärenreservats www.biosphaerenreservat-rhoen.de hören. Abschließend ließ Poetry-Slammer Michael Jakob aus Ansbach die vorgestellten Themen Revue passieren.

 

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