Biosphärentagung Erfolgreiche Projekte und Zukunftsideen

Auf der Tagung wurde das Jubiläumsmagazin zu 30 Jahren Biosphärenreservat Rhön vorgestellt. Von links: Karl-Friedrich Abe (ehemaliger Leiter Thüringer Verwaltung), Matthias Reinelt (Umweltministerium Bayern), Ulrike Schade (Leiterin Thüringer Verwaltung), Michael Geier (Leiter Bayerische Verwaltung), Olaf Möller (Umweltministerium Thüringen), Torsten Raab (Leiter Hessische Verwaltung), Hartmut Mai (Umweltministerium Hessen) und Anna-Lena Bieneck (Hessische Verwaltung). Foto: /Pauline Riebe

140 Gäste haben an einer länderübergreifenden Biosphärentagung in Dermbach teilgenommen. Dort war erstmals der eigens komponierte Biosphärensong „Geliebte Rhön“ zu hören.

Dermbach - Erfolgreiche Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im länderübergreifenden Biosphärenreservat Rhön – zu diesem Thema haben sich auf Einladung der Thüringer Verwaltung rund 140 Gäste auf der Biosphärentagung in der Schlosshalle in Dermbach ausgetauscht. Die Tagung stand dabei ganz im Zeichen des Jubiläums: Zu 30 Jahren Unesco-Biosphärenreservat wurde ein Magazin vorgestellt, und erstmals war der eigens komponierte Biosphärensong „Geliebte Rhön“ zu hören.

„Mensch. Natur. Einklang.“ – das Rhöner Jubiläumsmotto macht deutlich, dass es in Biosphärenreservaten als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung um mehr als Natur- und Artenschutz geht. Auch in der Rhön ist Ziel eine wirtschaftliche Entwicklung mit regionalen, ökologischen und sozialen Schwerpunkten. Um erfolgreiche Beispiele und zukunftsweisende Ideen drehte sich daher die Tagung.

„Von der Vermarktung regionaler Produkte über Angebote zum nachhaltigen Tourismus bis zu Projekten zur klimafreundlichen Mobilität – in der Rhön gibt es vielfältige Ideen, um die Schönheit der Natur zu wahren und gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung der Region voranzubringen“, sagte Thüringens Umweltstaatssekretär Olaf Möller zur Eröffnung. Weitere Grußworte sprachen Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk, Wartburgkreis-Landrat Reinhard Krebs und Daniel Klee als Koordinator der Kreisentwicklung im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen.

Von der Rhön als Wirtschaftsregion sprach Joanna Izdebski, Geschäftsführerin der TGF Schmalkalden/Dermbach GmbH. Hauptaufgabe der TGF als regionales Wirtschaftsförderungsinstrument ist es, Start-ups und Gründer auf ihrem Weg zu finanzstarken, eigenständigen Unternehmen zu begleiten. Unterstützung erhalten die Jungunternehmen zum Beispiel durch Beratung, Vermietung von Gewerbeflächen, Kooperationsvermittlung sowie Einbeziehung in Projekte und Netzwerke. Nachhaltige Jugendarbeit in der Thüringer Rhön thematisierten Julia Wegener und Daniela Tischendorf vom Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa. Die dezentrale Kinder- und Jugendarbeit auf den Dörfern ist besonders wichtig für die Verbundenheit zur Rhön als Heimat. „Die Jugend möchte in ihrer Freizeit mitbestimmen können. Wenn wir dies ermöglichen, sind das perfekte Voraussetzungen dafür, nachhaltige Jugendarbeit durchzuführen. Die junge Generation sollte in der Rhön stets vertreten bleiben“, betonten die Referentinnen.

Um nachhaltigen Tourismus ging es im Vortrag von Bertram Vogel, Geschäftsführer der Rhön GmbH, die Anfang 2017 die Aufgabe übernommen hatte, die Urlaubsregion Rhön zu fördern und die dort hergestellten Produkte zu vermarkten. Wichtiger Bestandteil ist die Abteilung Dachmarke Rhön, die die Zertifizierung mit dem Siegel „Qualität aus dem Biosphärenreservat“ steuert. Über das Thema Mobilität, genauer gesagt den öffentlichen Nahverkehr im nördlichen Teil der Rhön, sprach Horst Schauerte, Vorstand von Wartburgmobil. „Ziel ist, dass schon die Anreise mit guten Verbindungen auch ohne Auto möglich ist, da in größeren Städten bis zu 40 Prozent entweder kein Auto oder keinen Führerschein haben.“

Hier bietet der „Dorfbus“ seit September 2020 Abhilfe. Erstmals sind auch kleinere Orte und Siedlungen ebenso wie touristische Ziele gut und individuell erreichbar. Digitale Angebote erleichtern den Zugang zum Angebot und den Fahrplänen – von der App über die ersten ePaper-Haltestellen bis zum Handyticket. Erfolgsgeschichten aus der hessischen Rhön erzählte Ute Raband, Regionalmanagerin beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön. Sie gab Einblicke in Fördermöglichkeiten und deren Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung des Landschafts-, Lebens- und Wirtschaftsraums. Über eine vielversprechende Förderung des Umweltministeriums im Bereich der Regionalentwicklung durfte sich in diesem Jahr auch der Thüringer Teil des Biosphärenreservats freuen: Rund 600 000 Euro flossen in insgesamt 28 innovative Projekte aus allen eingereichten Vorschlägen. Rhönforum und Reservatverwaltung begleiten die Kommunen bei der Umsetzung. Noch 2021 entstehen unter anderem neue Lehrpfade und Wanderwege sowie Übernachtungsmöglichkeiten. Einen Einblick in die vielfältigen Ideen der Kommunen gaben Dr. Frank Riedel und Martin Henkel vom Rhönforum. Mit ihren Kollegen Michael Geier (Bayern) und Torsten Raab (Hessen), ihrem Vorgänger Karl-Friedrich Abe sowie Anna-Lena Bieneck (Hessen) stellte Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung, das Magazin zum Jubiläum „30 Jahre Biosphärenreservat Rhön“ vor, das die Verwaltungen gemeinsam erarbeitet haben. „Das Magazin ist keine historische Chronik, sondern ein kurzweiliger Einblick in unsere Arbeit – gestern, heute und morgen“, betonte Schade. „Auch die eine oder andere Anekdote ist darin zu finden.“ Das Heft ist in den Verwaltungen in Oberelsbach, Hilders und Zella kostenfrei erhältlich.

Kein Biosphärenreservat ohne kulturelle Vielfalt – und Kultur kam auf der Tagung nicht zu kurz: Die Band JANNA spielte erstmals live den anlässlich des Jubiläums gedichteten Biosphärensong „Geliebte Rhön“. Den Song kann man ab sofort über den Kanal „Podcast Biosphäre Rhön“ auf allen bekannten Streaming-Plattformen, auf Youtube sowie auf der Internetseite des Biosphärenreservats anhören. Abschließend ließ Poetry-Slammer Michael Jakob aus Ansbach die vorgestellten Themen Revue passieren. Den Biosphärensong, das Jubiläumsmagazin und die Vorträge der Tagung finden Interessierte ebenfalls im Internet.

 

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