Hessen will im kommenden Schuljahr an 60 Pilotschulen genauer hinschauen, wie gut die Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik sind. Dort soll es fünf Lernstandserhebungen für die dritten, vierten, fünften, achten und neunten Klassen geben, wie Kultusminister Schwarz ankündigte. Bislang waren an allen Schulen zwei Lernstandserhebungen in verschiedenen Fächern in der dritten und achten Klasse verpflichtend. Bei den Erhebungen wird mit standardisierten Tests der Wissensstand der Schüler gemessen.
Die Daten sollen die Lehrkräfte dabei unterstützen, ihren Unterricht noch effektiver auf die individuelle Förderung der Kinder auszurichten, teilte das Ministerium mit. "Keine Daten ohne Taten, keine Diagnostik ohne Förderung", bekräftigte Schwarz. Die zusätzlichen Mathekontrollen seien im zurückliegenden Halbjahr bereits an 30 Schulen getestet worden - mit positiver Resonanz.
Tägliche verbindliche Lesezeit in der Grundschule
Eine feste tägliche Lesezeit von 20 bis 25 Minuten soll zum zweiten Schulhalbjahr die Deutschförderung für die Jahrgangsstufen drei und vier ergänzen. Er erhoffe sich davon, dass die Begeisterung für das Lesen gefördert wird, sagte Schwarz. Zur Erprobung werde mit 100 Grundschulen begonnen. Die Lesezeit finde fachunabhängig statt und sei nicht auf den Deutschunterricht beschränkt.
Die Unterrichtsversorgung bleibt nach den Worten des Ministers mit knapp 67.000 Lehrkräften "stabil". Derzeit laufe die Personalgewinnung auf Hochtouren. Die Kollegien würden weiter verstärkt durch Pensionärinnen und Pensionäre, die ihre Dienstzeit verlängern. Auch die Quereinstiegs- und Weiterbildungsprogramme für Akademiker zeigten eine gute Resonanz.
Erste-Hilfe-Kurse gehen weiter
An mehr als 560 weiterführenden Schulen haben Schülerinnen und Schüler bereits gelernt, wie sie im Notfall einen Menschen wiederbeleben können. Bis zum Ende des neuen Schuljahres dürften laut Ministerium rund 120.000 Schülerinnen und Schüler diese Kurse besucht haben. Damit hätten dann alle Jugendlichen in Hessen in der Jahrgangsstufe 7 Wiederbelebungsunterricht erhalten.
Christlicher Religionsunterricht neu organisiert
Im neuen Schuljahr beginnt an ersten Schulen der neue konfessionell-kooperative Religionsunterricht. Dabei lernen evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler gemeinsam - und setzen sich bewusst sowohl mit den Gemeinsamkeiten als auch mit den Unterschieden zwischen den beiden Konfessionen auseinander, wie das Ministerium erläuterte.