Bikergottesdienst Irmelsberg wird zum zweiten Mal zum Motorrad-Eldorado

Wenn es auch keine Versorgung gab im Corona-Sommer 2020 – Gottesdienst und Ausfahrt mussten sein. Die Gäste und die Gastgeber waren damals angetan von der Veranstaltung. Nun steht die zweite Auflage bevor. Foto: /Bastian Frank

Knatternde Bikes auf dem Irmelsberg – die waren vor zwei Jahren das Highlight in Crock. Und schon damals stand für die Macher fest: Das Spektakel muss wiederholt werden. Irgendwann. Nun ist es soweit.

Sie stehen in den Startlöchern, die Frauen und Männer vom Gemeindekirchenrat in Crock und ihre „Freunde“. Seit ein paar Wochen sind Gerd Wiesner, Benita Erk-Böhm, Roman Kirchner, Gerhard Muche aber auch Elisabeth Munzert, Hendrik Frühauf und Ullrich Triemer kräftig am Organisieren für den zweiten Bikergottesdienst in der Kirche St. Veit zu Crock. Auch der neue Pfarrer Martin Goetzki ist mit von der Partie. Am Sonntag ist es soweit. Ab 9.30 Uhr werden Biker auf 530 Metern Höhe erwartet. Und dann wird gefeiert – mit allem drum und dran.

Alles scheint perfekt organisiert zu sein. Gerade die Vorbereitungen haben dem Team Freude bereitet – vor allem die Treffen in geselliger Runde in der örtlichen Backstube von Bäcker Gerhard Muche. Gemütlich ist es, lustig geht’s zu, doch wenn sie auseinandergehen, weiß jeder, was noch zu tun ist.

Gerd Wiesner ist der Manager des rührigen Orga-Teams. Er ist derjenige, der den Überblick hat und behält, der weiß, wie viele Steaks und Bratwürste am Sonntagmorgen auf dem Irmelsberg sein müssen, der beim Bäcker die Brote und Brötchen ordert. Alles gesponsort. Selbstverständlich. „Es ist doch für unsere Kirche“, sagt Muche, der für die Sache brennt. Er ist selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer, stolzer Besitzer einer Harley Davidson. Allerdings einer mit drei Rädern. Auch solche Gefährte sind am Sonntag gern gesehen, genau wie Mopeds – doch auch zu Fuß kann man den Berg erklimmen und mitfeiern. Jeder ist willkommen. Und wenn sie nicht helfen müssten – wären wohl auch alle Organisatoren selbst mit fahrbarem Untersatz unterwegs. Doch daraus wird diesmal nichts. Nur Hendrik Frühauf, der die Ausfahrten begleiten wird und Ullrich Triemer, der bei Nummer zwei mitfahren möchte, werden sich unter die Motorradfahrer mischen.

Gerd Wiesner lächelt spitzbübisch. Er könnte zwar mit dem Moped kommen, doch am Sonntag darf sein Deutz mit auf den Irmelsberg. „Wenn schönes Wetter ist“, schränkt er ein. Denn schließlich müsse ja alles, was gebraucht wird, irgendwie auf den „da hoch kommen“ – von den Getränken über die Frühstücks- und Mittagsversorgung bis hin zu Rost und Co. Am Nachmittag wird sich der Kirchgarten in ein großes Café verwandeln. Die Kuchen, die dann dort verkauft werden sollen, kommen alle aus verschiedenen Backöfen im Dorf. Zehn sind’s, die Freiwillige für die Sause auf dem Berg liefern. Und der Bäcker steuert ebenfalls Süßes bei – mit Streuseln und Früchten. „Man kann sich als Außenstehender gar nicht vorstellen, was hier abgeht. Es gibt so viele, die unterstützen“, sagt Ullrich Triemer, der eine Zeit lang als Pfarrer in Crock war und deshalb seine Schäfchen kennt. Er selbst kehrt an diesem Tag an seine einstige Wirkungsstätte zurück, wird predigen – zugeschnitten auf den Tag. „Vor zwei Jahren war’s der Motor – diesmal steht das Getriebe im Fokus“, verrät er. Jedes Rädchen im Getriebe ist wichtig. Das wissen die Organisatoren und freuen sich über all die Helfer, die freiwillig mit zupacken. Auf die Crocker ist Verlass. Sie werden am Morgen für diejenigen, die schon eine lange Strecke hinter sich haben, eine Frühstücks-Stärkung anbieten. „Der Kaffee muss auch fertig sein, wenn die ersten ankommen“, sagt Benita Erk-Böhm. Und auch der Rest steht.

Ach ja – und Gerhard Muche hat sich auch etwas Besonderes ausgedacht. Drei Preise sponsert er: Einer wird dem Fahrer des ältesten Motorrads verliehen, den zweiten gibt’s für denjenigen mit der weitesten Anreise und über den dritten wird sich der Biker mit der längsten Lebenserfahrung freuen können.

Freuen kann sich auch der Gemeindekirchenrat am Ende. Denn sämtliche Einnahmen des Tages kommen dem idyllisch gelegenen aber an manchen Ecken sanierungsbedürftigen Gotteshaus zugute. Die Sakristei beispielsweise hätte eine Kur nötig – und auch der Zugang soll irgendwann barrierefrei werden. „Es gibt da einige Baustellen“, weiß Benita Erk-Böhm vom Gemeindekirchenrat.

Noch vier Tage bleiben für den Feinschliff, doch alles ist gut durchdacht und organisiert. Trotzdem wird Gerd Wiesner in der Nacht vorher nicht gut schlafen. Er winkt ab. Das sei immer so – und am Ende wird alles funktionieren. „Hoffentlich spielt auch das Wetter mit.“ Müsste es, denn mindestens zwei Pfarrer sind dabei – und die haben ja bekanntlich einen „guten Draht nach oben“ . . .

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