Bier aus dem Haseltal Fassanstich zur Kirmes geplant

Thomas und Daniel Marr mit Nachwuchs, Torsten Hoffmann, Burgvogt Stephan Herwig, Alan Lopane, die Mundartsprecher André Wahl und Achim Jäger sowie Bürgermeister Markus Böttcher zur Verkostung. Foto: Stadtverwaltung

Gut Ding braucht Weile und gutes Bier erst recht. Seit Längerem schon gibt es die Idee für ein eigenes Hallenburgbier. Nun ist es erhältlich. Ein Teil des Kaufpreises kommt der Burgsanierung zugute.

Steinbach-Hallenberg - Laut dem Internetlexikon Wikipedia wurde der Gemeinde Steinbach unter Hallenberg am 18. Juli 1595 das Schank- und Braurecht verliehen. Über 425 Jahre später gibt es nun tatsächlich wieder ein Bier aus dem Haseltal, auch wenn die Stadt heutzutage brauen lässt. Privatbrauer aber hat es im Haselgrund schon immer gegeben.

„Einige Privatbrauer und Interessensgemeinschaften brauen schon seit Jahren in unregelmäßigen Abständen für den Eigenbedarf, wie beispielsweise das Galgenbier mit Wasser aus dem Galgenbrunnen“, weiß Bürgermeister Markus Böttcher. Im öffentlichen Verkauf habe es in neuerer Zeit allerdings seines Wissens bisher noch kein Bier aus dem Haseltal gegeben. Nachdem die Bäckermeister Daniel und Thomas Marr vor einigen Monaten die „Hallenburgkruste“ auf den Markt gebracht hatten – ein Bierbrot, von dem je verkauften Brot 25 Cent direkt in den Erhalt der Ruine Hallenburg fließen – sei der Wunsch nach einem eigenen Bier erneut aufgeflammt, teilt eine Stadtsprecherin mit.

„Da für das Brot Treber aus der Bierherstellung benötigt wird, welcher von der Schmalkalder Braumanufaktur kommt, war der Kontakt dorthin sowieso vorhanden“, erzählt Daniel Marr. Er und sein Bruder hätten den Bierbrauer direkt darauf angesprochen, ob die Möglichkeit für ein eigenes Bier für Steinbach-Hallenberg bestünde. Einmal ins Rollen gebracht, wurde die Idee quasi zum Selbstläufer.

Aus 100 Prozent regionalen Zutaten wurde ein obergäriges Vollbier aus Brauwasser, einem speziellen Gerstenmalz mit Chevalier-, Karapils-Aroma und Münchnermalz, Hopfen und Hefe mit einem Alkoholgehalt von 5,2 Volumenprozent gebraut. „Zu einem guten Brot gehört eben auch ein gutes Bier“, sagte Torsten Hoffmann, Vorsitzender des Steinbach-Hallenberger Gewerbevereins, welcher sich um die Vermarktung des edlen Getränkes kümmern wird. Zur bildlichen Gestaltung eines dazugehörigen Flyers wurde von der Tourist-Information über Facebook ein Wettbewerb ausgelobt, aus dem Alan Lopane mit seinem Bild als Gewinner hervorging. Die Mundartsprecher Achim Jäger und André Wahl unterstützten die Aktion mit „Daas All Schloos“ – einem Mundartbeitrag zum Erhalt des Steinbacher Wahrzeichens, welcher das Etikett der besonderen Flaschengärung zu etwas Einmaligem macht.

„In der ersten Charge wurden 200 Liter gebraut“, informierte Bürgermeister Markus Böttcher.

Ende Juli war es dann endlich soweit. Das Bier war fertig und Bürgermeister Markus Böttcher nutzte zusammen mit den Bäckermeistern Daniel und Thomas Marr die Gelegenheit, um gemeinsam mit allen Akteuren auf der Burg anzustoßen. Gemeinsam mit Burgvogt Stephan Herwig, den Mundartsprechern Achim Jäger und André Wahl, dem Vorsitzenden des Gewerbevereins, Torsten Hoffmann sowie Alan Lopane wurde angestoßen. „Schmeckt richtig gut“, seien sich die Initiatoren einig gewesen. Wie schon bei der Hallenburgkruste diene ein Teil des Verkaufserlöses – diesmal ein Euro je verkauften Bier – direkt dem Erhalt der Burgruine.

„Das Steinbach-Hallenberger Wahrzeichen muss in den nächsten Jahren umfangreich saniert werden“, erläuterte Bürgermeister Markus Böttcher den Hintergrund der Aktionen. Nicht nur die Stadtverwaltung und die Hallenburgfreunde um Burgvogt Stephan Herwig wissen, dass dies eine große Herausforderung sei – sowohl finanziell als auch im Hinblick auf die Ausführung selbst. „Mit verschiedenen Aktionen möchten wir darauf aufmerksam machen und mithelfen. Ein Euro ist nicht viel und eben vor allem ein Symbol. Aber es summiert sich auch“, sagte Daniel Marr.

Das Hallenburgbier ist, so lange der Vorrat reicht, für sieben Euro in den Verkaufsstellen Edeka-Werner, Tankstelle Hoffmann, Bäckerei Marr und in der Tourist-Information erhältlich. Die Nachfrage nach dem besonderen Bier ist groß. „Am ersten Tag hatten wir bereits einen Käufer, der einen kompletten Kasten gekauft hat“, berichtete Torsten Hoffmann. Die nächste Charge ist bereits angesetzt. Ziel sei es, dass zur Kirmes ein 30-Liter-Fass der zweiten Charge zum Antrunk auf der Hallenburg fertig sei.

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