Biathlon-Weltcup Knackige Abfahrt nach dem Birxstieg

Arnd Peiffer, Lucas Fratzscher und Philipp Horn (von links) beim Training in Oberhof. Foto: Gerhard König

Wegen der Umbauarbeiten für die WM 2023 betreten die Athleten beim Biathlon-Weltcup in Oberhof teilweise Neuland. Wie ist die neue Streckenführung? Welchen Einfluss auf den Wind hat das neue Schießstandgebäude direkt neben der Feuerlinie?

Oberhof - Da staunte sogar Borut Nunar. „So viel Schnee hatten wir die vergangenen fünf Jahre zusammen nicht in Oberhof“, sagte der Renndirektor des Biathlonweltverbandes IBU nach seiner Ankunft in der tief verschneiten Rennsteigstadt und einer ersten Begehung der Weltcup-Strecken am Montag. Während der Stippvisite des Slowenen im Stadion und im Loipenlabyrinth gemeinsam mit Wettkampfleiter Andre Hellmundt liefen die finalen Vorbereitungen für das am Freitag mit den Sprints beginnende Biathlon-Spektakel auf Hochtouren. So wurden die Henkel-Schleife und das Kulle-U als letzte Streckenabschnitte mit einer dicken Kunstschneedecke versehen. „Die Grobpräparierung ist okay, jetzt muss aber zügig der Feinschliff erfolgen“, erklärte Nunar auch mit Blick auf die teilweise neue Streckenführung, die auf der kurzen 1,5- und 2,0-Kilometer-Runde eine knackige Abfahrt nach dem Birxstieg parat hat. Einhelliges Fazit aller Experten: Der schwere Oberhofer Kurs ist noch anspruchsvoller geworden.

Nach den im Frühjahr großflächig angelaufenen Umbauarbeiten für die Weltmeisterschaften 2023 in Oberhof betreten die 298 gemeldeten Athleten aus nunmehr 30 Nationen, aber auch die Organisatoren, die IBU oder die TV-Sender teilweise Neuland. So wurde beispielsweise die 150 Meter lange Strafrunde verlegt. Sie befindet sich jetzt rechts vom Schießstand, unmittelbar vor der Abfahrt aus dem Stadion. Zu beobachten ist gleichfalls, welchen Einfluss das neue Schießstandgebäude direkt neben der Feuerlinie auf das Schießen haben wird.

„Wir müssen nach den ersten Trainings schauen, wie sich die Strecke darstellt und wo es noch Optimierungsbedarf gibt“, betonte Nunar. Die noch ausreichend vorhandenen Kunstschneereserven – in der Skihalle lagern beispielsweise noch rund 4000 Kubikmeter Schnee – lassen dabei weit mehr Spielraum als bei den schneearmen Weltcups in den Vorjahren. Nunar: „Wenn du keinen Schnee hast, kannst du auch nichts ausbessern.“

Renndirektor Nunar und Organisationschef Thomas Grellmann sind sich einig, dass der Corona-Doppelweltcup in Oberhof unverzichtbar ist in Hinblick auf die WM in zwei Jahren. „Wir haben jetzt noch zwei Chancen zum Üben, und die brauchen wir auch“, sagte Grellmann, wohl wissend, dass die Veranstaltung ohne Zuschauer, ohne das Herzstück von Oberhof, finanzielle Verluste schreiben wird. Um die Reiseaktivitäten des Biathlon-Trosses zu minimieren, hat Oberhof die Veranstaltung aus Ruhpolding übernommen und ist nun gleich an acht Wettkampftagen Weltcup-Schauplatz.

Gute Nachrichten gab es derweil am Montag aus dem Testlabor in Altenburg. Von den am Samstag 369 auf Corona getesteten Weltcup-Helfern waren nur zwei Ergebnisse positiv. „Das sind weit weniger als erwartet, denn die Durchschnittsquote bewegt sich bei rund fünf Prozent“, freute sich Gesamtleiter Grellmann.

 

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