Biathlon Stelldichein der Stars

Auch im Sommer im Einsatz: Benedikt Doll und Denise Herrmann. Foto: dpa/Sven Hoppe

Im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2023 in Oberhof steigt Ende August die schneelose Sommer-Biathlon-WM in Ruhpolding. Das Starterfeld liest sich prominent.

Biathlon? Mitten im Sommer? Womöglich während einer weiteren Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad? Eingefleischte Fans der Sportart wissen bereits seit vielen Jahren, dass die vermeintlich wintersportlose Zeit durchaus Höhepunkte wie den erstmals 2018 ausgetragenen City-Biathlon in Wiesbaden oder die deutsche Meisterschaft bietet, die aus Termingründen stets in die warme Jahreszeit gelegt wird.

Die Sommer-WM, die 2009 schon einmal nach Oberhof vergeben worden war, hat ebenfalls einen festen Platz im Terminkalender – und der diesmal in Ruhpolding stattfindende Wettbewerb (25. bis 28. August) entwickelt sich im Vorfeld der „normalen“ WM im Februar kommenden Jahres in Oberhof zum Stelldichein der Top-Stars. Aus 28 Nationen gibt es bereits Anmeldungen – ein rekordverdächtiger Wert, denn bei den zurückliegenden Titelkämpfen bewegte sich diese Zahl üblicherweise bei der Hälfte. „28 Nationen und etwa 400 Teilnehmer – das ist schon eine Ansage. Wir freuen uns natürlich sehr, dass die Teams in einer so großen Anzahl hier starten“, sagte Engelbert Schweiger, der Chef des Ruhpoldinger Organisationskomitees. „ Die Zuschauer können sich auf Biathlon auf Weltcupniveau freuen.“

Nach Schweden, Italien, Deutschland und der Ukraine haben nun auch Österreich und die Schweiz gemeldet. Für das schwedische Team sind der Drittplatzierte im Gesamt-Weltcup der Männer, Sebastian Samuelson, sowie Elvira Öberg, Zweite im Gesamt-Weltcup der Frauen, bestätigt. Auch die Italienerin Dorothea Wierer wird bei den Titelkämpfen mitmischen. Für Deutschland wollen unter anderem Philipp Nawrath, Benedikt Doll und Denise Herrmann antreten.

„Mich freut es unglaublich, dass so viele Nationen bei der Sommer-WM in Ruhpolding am Start sein werden“, sagte Herrmann, die für den WSC Erzgebirge Oberwiesenthal startet, aber schon seit vielen Jahren in Ruhpolding lebt und trainiert. „Das verspricht qualitativ hochwertige Wettkämpfe mit viel Spannung. Ich freue mich auf den internationalen Vergleich auf der Rollerbahn, auf der ich den größten Teil meiner Trainingseinheiten über den Sommer absolviere.“

Während der Weltmeisterschaft stehen insgesamt zwölf Medaillenentscheidungen an (Super-Sprint, Sprint, Verfolgung, Massenstart). Eine Woche später geht es dann bereits mit der deutschen Meisterschaft weiter, die vom 2. bis 4. September unter der Regie des SV Eintracht Frankenhain in der Oberhofer WM-Arena mit Einzel-, Sprint- und Verfolgungsrennen über die Bühne gehen wird.

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