Biathlon Hochzeitsantrag auf dem Alpengipfel

Traumhochzeit bei Traumwetter: Das neue Biathlon-Ehepaar Antonia und Philipp Horn. Foto: / Kevin Voigt

Philipp und Antonia Horn hat längst der Trainingsalltag wieder. Doch die Hochzeit ist bei dem Biathlon-Paar noch allgegenwärtig. Wie auch die Flitterwochen auf Island.

„Es hat sich doch nichts geändert“, sagt Antonia Horn, „einzig, dass wir jetzt auch auf dem Papier zusammenstehen.“ Na ja, immerhin heißt die Ex-Skilangläuferin jetzt nicht mehr Antonia Fräbel, sondern Antonia Horn. Mitte Mai hat sich die Olympia-Teilnehmerin mit ihrem langjährigem Freund getraut, und die Hochzeitsfeier bei herrlichem Frühsommerwetter in einem Hotel bei Ilmenau ist noch omnipräsent.

„Es war alles schick, alles perfekt. Wetter und Location haben wunderbar gepasst“, blickt Ehemann Philipp Horn auf die Feier im Beisein der Familien und vieler Freunde zurück. „Ja, es war ziemlich perfekt“, ergänzt die Gattin: „Überwältigend vor allem war zu sehen, wer alles zu uns dazugehört, mit wem man alles Freundschaften verbindet.“ Zu den knapp 100 geladenen Gästen zählten Langlauf-Olympiasiegerin Katharina Hennig sowie die Biathleten Erik Lesser und Benedikt Doll. Höhepunkt der Feier sei die Freitrauung gewesen, sagt Philipp Horn.

Verlegung wegen Corona

Seit rund sieben Jahren sind der Biathlet und die Neu-Biathletin ein Paar, nun also auch verheiratet. „Ja, ich habe ihr natürlich einen Antrag gemacht“, verrät Philipp Horn, dessen größter internationaler Erfolg bislang der Gewinn der WM-Bronzemedaille mit der deutschen Männer-Staffel vor zwei Jahren in Antholz war. Im gemeinsamen Trainingslager über die Weihnachts-Feiertage im Jahr 2020 in Südtirol führte er seine Partnerin im Schnee auf einen einsamen Gipfel und bat kniend um ihre Hand. Die Corona-Pandemie verhinderte im Vorjahr noch die Hochzeit.

Um einfach mal richtig Abstand vom Sport zu gewinnen, hatte das junge Paar direkt nach der Hochzeit zwei Wochen Urlaub auf Island gebucht. „Dafür haben wir aber nach der Saison in Norwegen eine Trainingsanpassung eingeschoben und dort praktisch weitertrainiert“, berichtet Philipp Horn, „und so konnten wir guten Gewissens die Füße hochlegen und entspannen.“ In den Flitterwochen habe das Paar mehrere Unterkünfte bezogen, dazu die Natur genossen „und jede Therme oder Quelle mitgenommen“.

Kaum Schnittmengen

Mittlerweile hat der Trainingsalltag das frisch verheiratete Paar wieder. Dabei legen Antonia und Philipp Horn bewusst Wert darauf, neben dem Training den Biathlonsport weitgehend auszublenden. „Es gibt doch noch viele andere Themen als Biathlon“, betont Antonia Horn, „wir wollen als Sportler nicht nur auf unseren Sport beschränkt werden.“ Der Ehemann pflichtet ihr bei und sagt: „Wenn sie beim Schießen Rat benötigt, helfe ich ihr natürlich gern.“ Schnittmengen in der täglichen Trainingsarbeit gebe es keine, so Philipp Horn: „Ich trainiere in meiner Gruppe und Antonia in ihrer. Und sie fühlt sich sehr gut aufgenommen in der neuen Gruppe.“ Momentan weilt der mehrfache Deutsche Meister mit der A-Nationalmannschaft im Trainingslager in Pokljuka, ehe er, wie einige seiner Trainingskollegen, am 9. Juli in Zella-Mehlis beim großen Freies-Wort-hilft-Fußball-Benefizspiel gegen den Ball treten wird.

Antonia Horn wiederum bestätigt, dass ihr die neue Herausforderung viel Spaß macht. „Ja, ich habe richtig Bock auf Biathlon, richtig Lust auf jedes Training, wenngleich der Aufwand jetzt viel größer ist.“ Musste sie sich früher nur auf das Laufen konzentrieren, so liegt der Schwerpunkt für die Umsteigerin aktuell auf dem Schießen. „Das ist sehr zeitintensiv, sehr komplex. Das hatte ich ehrlicherweise auch etwas unterschätzt“, bekennt sie. Gemeinsam in Aktion wird man das neue Biathlon-Ehepaar vom 2. bis 4. September bei den Deutschen Meisterschaften in Oberhof auf Skirollern erleben können. Die Titelkämpfe sind zugleich die Generalprobe für die Weltmeisterschaften vom 8. bis 19. Februar 2023.

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