So sieht er also aus, ein ganz normaler Tag im Biathlon-Weltcup: Um 6 Uhr kurz nach Hause nach Zella-Mehlis fahren, schnell für die verhinderte Ehefrau einspringen, die Kinder in den Kindergarten und in die Schule bringen, pünktlich zum Frühstück zurück bei der Mannschaft sein, zeitig raus auf die Strecke, weil das Wetter eine sehr nasse Angelegenheit werden soll, Skitest um 11 Uhr. Dann das Rennen der Damen, das erste dieses Weltcups in Oberhof. Dauerregen von oben, den der Wind einem horizontal ins Gesicht spült. Die Rennanzüge der Sportlerinnen sind in Sekundenschnelle durchgeweicht. Aber auch die Trainer kommen nicht davon. Die dritte Garnitur habe er inzwischen an, sagt Denny Andritzke, als er am späten Donnerstagnachmittag (9. Januar) still in der Tür zum Pressezentrum am Grenzadler steht. „Der Tag ist so schnell rum, das ist Wahnsinn. Du kommst von einem ins andere und jetzt stehen wir hier. Wir hatten noch nichts gegessen, noch nichts getrunken bis jetzt. Von heute früh an ist es schon ein normaler Tag.“