Besuch aus Partnerstadt Fire Captain trifft hiesige Kameraden

Der Fire Captain der Ilmenauer Partnerstadt Blue Ash hat in dieser Woche die Feuerwachen in Ilmenau besucht. Dabei wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich.

Beim Besuch einer Delegation aus der Ilmenauer Partnerschaft Blue Ash aus dem US-Bundesstaat Ohio hat der dortige Fire Captain Louis Ernstes in dieser Woche die Wachen in der Kernstadt und in mehreren Ortsteilen besichtigt. Im Mittelpunkt des Austauschs mit Stadtbrandmeister Andreas Meißler und seinen Stellvertretern Tobias Seeber, Mathias Ilg und Steven Hoffmann standen Fachgespräche über die Technik sowie zur Organisation der Einsatzkräfte beiderseits des Atlantiks. Tobias Nowack und Felix Wenzel vom Führungsdienst der Feuerwehr Ilmenau erklärten die Funktionen der einzelnen Fahrzeuge und erwiesen sich zudem als profunde Dolmetscher.

Unterwegs auf E-Bikes

Für den Feuerwehrmann aus den Vereinigten Staaten ist es nicht nur der erste Besuch in Ilmenau, sondern seine Reise nach Deutschland generell eine Premiere. Louis Ernstes fungiert als einer von drei Fire Captains in Blue Ash. Das von Fire Chief Chris Theders geleitete Departement besteht aus der North Station – dem Hauptsitz – und der South Station. Rund 50 aktive Feuerwehrleute leisten dort hauptberuflich ihren Dienst. Zum Fuhrpark zählen eine Drehleiter, mehrere Tanklöschfahrzeuge, sowie drei Rettungswagen. Eine Besonderheit in der Ilmenauer Partnerstadt: Auch ein medizinisches Fahrradteam steht auf E-Bikes für den schnellen Einsatz bereit, etwa bei Festivals oder Veranstaltungen, berichtete Louis Ernstes. Seit fast 33 Jahren ist er mit der Feuerwehr eng verbunden und begleitete im Lauf seiner Karriere mehrere Stationen: als Sanitäter, Brandschutzinspektor, Gefahrstofftechniker, Brand- und Rettungsausbilder sowie als Feuerwehrleutnant.

Verantwortlich für 70 000 Menschen

Aufgrund der Bedeutung von Blue Ash als Gewerbestandort kommt der Feuerwehr eine besondere Rolle zu: Zwar ist sie 24 Stunden für die 13 000 Einwohner von Ilmenaus Partnerstadt zuständig – aber eben auch für rund 57 000 Angestellten, die dorthin zum Arbeiten einpendeln. Damit sind die Einsatzkräfte tagsüber für die Sicherheit von 70 000 Menschen verantwortlich. Im Durchschnitt werden knapp 1000 Einsätze im Jahr absolviert, darunter etwa 15 schwere Brandfälle, aber eben auch 150 Fahrzeugunfälle.

Zugenommen hat währenddessen in Ilmenau die Zahl der Einsätze für die hier ehrenamtlich engagierten Feuerwehrleute. Wurden die Einsatzkräfte 2020 zu 523 Notfällen gerufen, waren es im vergangenen Jahr 593. Nahezu unverändert blieb die Mitgliederzahl der aktiven Feuerwehrfrauen und -männer in Ilmenau und den 16 Wachen in den Ortsteilen mit 363 – zwei weniger als im Jahr zuvor, sagte Stadtbrandmeister Andreas Meißler. 145 Mädchen und Jungen sind in den Jugendfeuerwehren organisiert.

„Richtig gut organisiert“

Je nach Alarmstufe rückt in der Stadt Ilmenau der kleine Löschzug mit 16 Einsatzkräften, oder der große Löschzug mit bis zu 28 Personen Besatzung aus. Fire Captain Louis Ernstes wurden außerdem die Rettungswache in Ilmenau gezeigt, sowie die Feuerwehrstandorte in Manebach, Langewiesen und Heyda, wo aufgrund der Zuständigkeit für den Stausee Heyda ein Rettungsboot stationiert ist. Nach einem privat organisierten Abendessen bereits am Montag in Frauenwald schloss sich spontan auch ein Besuch in der höchst gelegenen Feuerwehrwache der Stadt Ilmenau an.„Ich schätze die Konfiguration Ihrer Fahrzeuge“, bekannte der Fire Captain nach dem Rundgang durch die Ilmenauer Wache 1, bei dem ihm Tobias Nowack erklärte, warum welches Utensil an einem bestimmten Platz zu finden ist. Die auf den jeweiligen Einsatzbereich ausgerichtete Bestückung der Feuerwehrfahrzeuge sei „richtig gut organisiert“, stellte Louis Ernstes fest.

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