Kaltenwestheim Für Eltern ist Grundschule nicht das Problem

Nicht nachvollziehbar sind für Eltern der Grundschüler aus Kaltenwestheim Aussagen der Landrätin zu Schulstandort-Entscheidungen: Das Problem sei hausgemacht.

Beim Tag der offenen Tür an der Grundschule Kaltenwestheim im April schrieben Besucher auf Initiative der Elternvertreter auf, warum diese Schule erhaltenswert ist. Hier notiert Juliane Engel-Bohnwagner ihre Argumente. Foto: Iris Friedrich

Mit großer Sorge haben Eltern der Grundschule Kaltenwestheim den Artikel „Schulen mit Mängeln: Kreistag unter Druck“ (Meininger Tageblatt, Ausgabe 9. Mai) gelesen. Für sie steht eines ganz klar im Mittelpunkt: „Unsere Kinder dürfen nicht die Leidtragenden jahrelanger politischer und baulicher Versäumnisse werden!“ In einem Elternbrief heißt es: „Seit Jahren wird über unseren Schulstandort diskutiert. Seit Jahren hören wir dieselben Debatten über Investitionen, Sanierungen und mögliche Schließungen. Doch während politische Diskussionen auf der Stelle treten, entwickelt sich unsere Schule stetig weiter – mit nachweislichem Erfolg.“

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Als eine große Gemeinschaft auch mit dem Dorf und umliegenden Orten sieht sich die Grundschule Kaltenwestheim (hier beim Tag der offenen Tür) und bekommt sowohl Zuspruch als auch Hilfe aus dieser Gemeinschaft. Foto: Iris Friedrich

Landrätin Peggy Greiser habe in dem Zeitungsartikel die Entwicklung der Schülerzahlen zu einem zentralen Kriterium für eine Schulstandortentscheidung erklärt. Die Eltern rechnen vor: „Die Grundschule Kaltenwestheim kann seit Jahren starke Schülerzahlen vermelden und wird sich im kommenden Schuljahr 2026/27 sogar noch einmal steigern. Aktuell zählen wir 102 Schülerinnen und Schüler. Im nächsten Schuljahr wird diese Zahl auf 106 steigen.“ Das beweise, diese Grundschule gehöre zu den bestbesuchten Schulen der Region: „Familien aus vielen verschiedenen Orten entscheiden sich ganz bewusst“ für diesen Standort, obwohl sie aufgrund der Wahlfreiheit auch anderen Schulen wählen könnten. Am Tag der offenen Tür (24. April 2026) habe das ein Vater so begründet: „Bildung ist keine Massenproduktion! An der Grundschule Kaltenwestheim werden unsere Kinder in einem familiären Umfeld gesehen, begleitet und individuell gefördert.“

Ein Ort, an dem Kinder „nicht nur eine Nummer im System sind“, wie die Eltern formulieren. Foto: Iris Friedrich

Die Elternvertreter betonen: „Der Grund für die starke Nachfrage liegt demnach sowohl am überzeugenden pädagogischen Konzept als auch an den Menschen, die diese Schule täglich mit Leben füllen. Lehrerinnen und Lehrer begleiten unsere Kinder herzlich, individuell und mit großem Engagement. Hier kennt man jedes Kind beim Namen. Hier ist kein Kind einfach nur eine Nummer im System.“ Die Schüler in Kaltenwestheim empfinden diese Schule „als prägenden und sicheren Ort. Hier lernen sie in familiärer Umgebung, in der ihnen Ängste genommen werden und ihr Selbstwertgefühl gestärkt wird. Hier wird gemeinsam ein starkes und soziales Miteinander gelebt. Diese Werte zeichnen unsere Schule aus.“

Aus der Bildungseinrichtung seien Menschen hervorgegangen, die unsere Region nachhaltig prägen und Verantwortung übernehmen. „Das alles macht unsere Schule zu einem wichtigen Teil der „Prachtregion“, die mit „nachweislich hoher Lebensqualität“ für ihre Einwohner beworben wird“, heißt es.

Auch andere hätten bereits erkannt, „wie bedeutungsvoll diese Dynamik für die Gesamtentwicklung unserer Region ist. Die Eltern stimmen Ralf Liebaug (CDU) zu, der kürzlich in einem anderen Zeitungsartikel betonte: „Die Schule ist oft die letzte öffentliche Einrichtung vor Ort. Sie ist nicht nur Lernort, sondern auch Lebensmittelpunkt.“

Umso „erschreckender“ würden es die Eltern empfinden, „wenn ausgerechnet diese gefragte und angesehene Schule geschlossen werden würde, weil der jahrelange politische Investitionsstopp dies provoziert. Die Grundschule Kaltenwestheim ist nicht das Problem – sie ist ein wertvoller Teil der Lösung für eine starke Bildungslandschaft im ländlichen Raum. Daher fordern wir: Statt eine erfolgreiche und stark nachgefragte Schule zu schließen, sollte in ihre Zukunft investiert werden.“ Der Elternbrief ist unterschrieben von Ulrich Mang, Monique Schramm, Tino Heim und Margarete El-Chami, auch im Namen „vieler weiterer besorgter Eltern der Grundschule“.