Bergwaldprojekt Oberschönau Freiwillige packen im Zukunftswald an

Rund 20 Freiwillige packen vom 5. bis 11. April im Zukunftswald Unterschönau mit an. Sie bauen Zäune, sanieren Wege und pflegen den Wald naturnah.

Im April bauen Freiwillige im Zukunftswald erneut Verbissschutz-Zäune, sanieren einen Jagdsteig und fördern durch Pflege Mischbaumarten im Revier. Foto: Bergwaldprojekt

Im Zukunftswald Unterschönau bei Steinbach-Hallenberg startet am 5. April eine neue Einsatzwoche des Bergwaldprojekts. Bis zum 11. April arbeiten dort rund 20 Freiwillige aus ganz Deutschland. Auf dem Programm stehen der Bau von Verbissschutz-Zäunen, die Sanierung eines Jagdsteigs und Pflegemaßnahmen zur Förderung von Mischbaumarten. Ziel ist es, die ökologische Situation vor Ort zu verbessern und zugleich für einen achtsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu sensibilisieren.

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Dorothea Epperlein vom Projektpartner Wald-Allianz. Foto: Roman Pawlowski / Greenpeace

Die Projektwoche wird gemeinsam mit der Wald-Allianz organisiert. Das Netzwerk aus Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Praktikern will Wege zu einer zukunftsfähigen Waldbewirtschaftung aufzeigen. Begleitet wird der Einsatz deshalb auch von Bildungsangeboten, Vorträgen und Exkursionen.

Hendrik von Riewel, der Revierförster im Zukunftswald. Foto: Bergwaldprojekt

Umbau im Zukunftswald: Widerstandsfähiger Wald entsteht

Der Zukunftswald Unterschönau ist ein gemeinsames Projekt des Bergwaldprojekts und der Umweltstiftung Greenpeace. Das Waldgebiet im Thüringer Wald wurde vor rund sechs Jahren gekauft. Seitdem wird dort regelmäßig gearbeitet, um ökologisch labile Fichtenbestände schrittweise in einen naturnahen, widerstandsfähigeren Wald umzubauen. Nach Angaben der Beteiligten soll der Wald dadurch Wasser besser speichern, den Boden wirksamer schützen und stabiler auf Klima- und Wetterextreme reagieren.

Das Vorhaben knüpft an Pläne an, die schon kurz nach dem Kauf des rund 200 Hektar großen Areals vorgestellt wurden. Damals war angekündigt worden, auf eine naturnahe Bewirtschaftung mit möglichst wenig schwerer Technik zu setzen, Bodenverdichtungen zu vermeiden und Freiwillige über Arbeitseinsätze und Umweltbildung einzubeziehen. Diese Linie wird in Unterschönau bis heute fortgeführt.

Ökosystembasierte Waldbewirtschaftung im Fokus

Konkret orientiert sich das Projekt an den Prinzipien einer ökosystembasierten Waldbewirtschaftung. Totholz bleibt im Wald, heimische Mischbaumarten sollen Monokulturen ersetzen, und Eingriffe werden so schonend wie möglich vorgenommen. Die aktuelle Einsatzwoche soll diese Entwicklung praktisch unterstützen.

Angeleitet werden die Freiwilligen von Projektleiter Christoph Wehner vom Bergwaldprojekt. Untergebracht ist die Gruppe in einem Gemeinschaftshaus. Für die Verpflegung sorgt nach Angaben des Vereins ein Koch; angeboten werden vegetarische, biologische sowie möglichst regionale und saisonale Mahlzeiten.

Bergwaldprojekt und Zukunftswald

Bergwaldprojekt:
Der Verein organisiert seit mehr als 35 Jahren Freiwilligeneinsätze in Wald-, Moor- und Offenlandschaften. Für 2026 sind bundesweit rund 170 Projektwochen an etwa 90 Standorten geplant. Nach Vereinsangaben kommen dabei etwa 5000 Freiwillige zum Einsatz. Ziel ist es, Ökosysteme zu stabilisieren und für den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen zu sensibilisieren.

Zukunftswald:
Das Waldgebiet bei Unterschönau ist ein gemeinsames Projekt des Bergwaldprojekts und der Umweltstiftung Greenpeace. Der Wald wurde vor rund sechs Jahren gekauft und wird seither naturnah entwickelt. Ziel ist der Umbau ökologisch labiler Fichtenbestände hin zu einem widerstandsfähigen Mischwald. Dabei setzt das Projekt auf schonende Bewirtschaftung, Umweltbildung und regelmäßige Arbeitseinsätze mit Freiwilligen.