Beobachtung Stromert ein Wolf durch Region Crock und Brünn?

Screenshot der Aufnahme zwischen Crock und Brünn Foto: Frank Kirchner/Facebook

Handelt es sich um einen Wolf oder nicht? Das ist die Frage, über die gegenwärtig nicht nur in der Region Crock/Brünn diskutiert wird, sondern auch in den sozialen Medien.

Hildburghausen - Christian Meisch, Geschäftsführer der Wildfarm Auengrund in Wiedersbach, der auch Flächen nahe Crock und Brattendorf betreibt, hat ein Video in Facebook gepostet mit dem Kommentar: „Ein Wolf zwischen Brünn und Crock.“

Aufgenommen hat das Video der Landwirt Frank Kirchner am Mittwoch gegen 11.45 Uhr mit seinem Handy, als er gerade seine Arbeit an einer Wiese gerade unterbrochen hatte. Er ist bei der Milchland Gmbh Veilsdorf angestellt, die zwischen Brünn und Crock einen Technikstandort hat. Zu sehen ist ein wolfsähnliches Tier, das im gebührenden Abstand vom Traktor vorüberzieht und dann eine Straße überquert. Ob es sich um einen Wolf handelt, müssen Experten erst noch bewerten. „Ich vermute, es ist ein Wolf oder ein Wolfshund“, sagt der 58-jährige Kirchner. „Ich wollte gerade zum Mittagessen, dann habe ich das Tier gesehen. Ich dachte erst, es ist ein Hund, aber als das Tier näher kam, war ich dann anderer Meinung.“ Der erfahrene Landwirt hatte zuvor in der hiesigen Region „noch nie einen Wolf gesehen“.

Katharina Schmidt aus Zeilfeld, Mitglied des Landesvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen, hat sich mit dem Video an das Kompetenzzentrum für Wolf, Biber und Luchs im Thüringer Umweltministerium gewendet. „Dort wird gegenwärtig geprüft, ob es sich um einen Wolf handelt“, sagt sie. Außerdem stünde selbst dann noch die Frage, ob es sich um ein durchziehendes Tier handelt, oder um eines, dass sich angesiedelt hat oder sich ansiedeln will.

Christian Meisch, der schottische Hochlandrinder, Zwergzebus und bretonische Zwergschafe in Weidehaltung hält, sagt ungeachtet dessen: „Jetzt heißt es für alle Tierbesitzer, die ihre Tiere auf Weiden stellen, aufgepasst und Vorkehrungen treffen.“ Er will für die im Mai beginnende Saison zumindest für seine Schafe bewegliche, 1,20 hohe Schutznetze anschaffen. „Für die Schafe muss ich etwas tun. Ich kann nicht warten, bis es zu spät ist. Die Rinderherden können ganz gut auf sich selbst aufpassen und auch die Kälber schützen, wenn es sich um nur einen Wolf handelt“, sagt er.

Erst vor wenigen Tagen war in Meilitz im Landkreis Greiz offenbar ein Wolf gesichtet worden. In den sozialen Medien waren ein Foto und ein Video aufgetaucht. Sie zeigten, wie der Wolf durch den Ort läuft. Nach Angaben des Landratsamtes in Greiz wurde das Bildmaterial auch an das Wolf-Kompetenzzentrum geschickt. Die Experten müssten bestätigen, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handele. Im Umweltamt gehe man aber davon aus, heißt es. Möglicherweise sei das Tier auf der Suche nach einem neuen Revier. Und Wölfe können dafür weite Strecken zurücklegen. jtm/cob

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