Benefizspiel Jedes Tor ein Treffer

Von Thomas Klemm

Seit 150 Jahren besteht der SV Blau-Weiß Dermbach. Er gehört damit zu den ältesten Sportvereinen in Thüringen. Grund genug, ordentlich zu feiern. Die Wintersportler gratulierten nicht nur, sondern wurden zu einem Teil des Spektakels- für einen guten Zweck.

Pro erzieltem Treffer in dem Fußballspiel der Dermbacher Alten Herren gegen eine Auswahl an aktiven und ehemaligen Wintersportlern aus der Region klingelte es in der Kasse des Rhöner Wintersportvereins. Fünfzig Euro sollten es sein, die nach einem Torerfolg der Nachwuchsabteilung des Rhöner WSV „überwiesen“ werden. Egal, welche der beiden Mannschaften den Ball im jeweils gegnerischen Gehäuse unterbringen konnte. Und so spielten die Kicker über neunzig Minuten bei sengender Sonne nicht nur aus Trainings- oder Fitnessgründen, sondern für einen ausgesprochen guten Zweck.

Damit die Sache ordentlich ins Rollen kommt, wurden die Aktiven am Samstagnachmittag auf dem Dermbacher Sportplatz nicht nur von den zahlreichen Zuschauern angefeuert. Auf dem Seitenstreifen hatte der Vorsitzende des SV Blau-Weiß Dermbach, Stefan Koch, eine Radio-Moderatorin an seiner Seite, die wirklich nicht auf den Mund gefallen war. Dass sie sich in Sachen Fußball und Wintersport gut auskennt, bewies Wenke Weber von Antenne Thüringen im Spielverlauf. Um den Alten Herren einen Torerfolg „zuzuschustern“, versuchte sie, den Torhüter der Wintersportauswahl, Johan Eberle, abzulenken. Dessen Konzentrationsfähigkeit ließ aber nicht nach, sogar als die Gastmoderatorin einen kürzlich berühmt gewordenen Malle-Song zum Besten gab. Eberles Kasten blieb sauber, jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt und auch eine ganze Weile darüber hinaus.

Dafür hatte es, als Leyla in Dermbach ins Spiel gebracht wurde, auf der Gegenseite schon zweimal geklingelt. Die Partie war keine drei Minuten alt, als die Wintersportler dem Rhöner Nachwuchs die ersten fünfzig Euro verschafften. Christian Dittmar ließ Schlussmann Kay Grob keine Chance. Grob konnte sich allerdings im Spielverlauf noch auszeichnen, weshalb er von Stefan Koch als „Katze“ eingeschätzt wurde, die spielerische Ansätze alà Manuel Neuer zeige. Das 2:0 aus Wintersportsicht entsprang einem klasse Distanzschuss vom Leipziger Sportlehrer Roy Meingast. Trainer Ronny Ackermann, der verletzungsbedingt nicht selbst die Töppen schnüren konnte, dürfte zu diesem Zeitpunkt zufrieden mit der Spielweise seiner Jungs gewesen sein.

Mit Abstrichen war es auch Stefan Koch am Mikrofon hinter der Torauslinie. Als ehemaliger Trainer der ersten Mannschaft des SVBW kannte er die Stärken und Schwächen seiner Dermbacher selbstverständlich genau. Koch versuchte, mit lockeren, aber nichtsdestotrotz profunden Kommentaren den Ehrgeiz der Alten Herren anzustacheln. „Basti, Vollspann oder Innenseite, aber nicht so einen Scheiß“, kommentierte er beispielsweise den ins Leere gehenden Schussversuch von Sebastian Tschöpel.

Für die Leistung des Schiedsrichters Patrick Runknagel hatte der SV-Chef viel Lob übrig. „Der Mann kennt sich in der Regelkunde wirklich aus“, setzte er Wenke Weber in Kenntnis, als der Unparteiische im Strafraum auf indirekten Freistoß für die Wintersportler entschied. Da war der Spielstand schon ein ganz anderer. Die Dermbacher hatten noch vor dem Seitenwechsel durch Rene Föt auf 2:1 verkürzen können, aber Fabian Mund stellte kurz vor der Pause auf 3:1 und damit auf einen wieder beruhigenden Vorsprung für die Männer im Schnee. Spannend wurde es zur großen Freude von Steffen Dittmar, dem Vereinschef des Rhöner WSV (der selbst in der Wintersport-Auswahl mitkickte), und seiner Mitstreiter nach Wiederanpfiff. Tschöpel verkürzte auf 3:2 und Föt foppte den Torhüter der Ackermann-Truppe zum 3:3-Ausgleich.

Die Zuschauer im weiten Rund staunten danach über die Kondition der Fußball-Oldies, denn diese entzauberten nach einer Stunde Spielzeit die Wintersport-Recken mehr und mehr. Nach Vorarbeit von Andre Ackermann brachte Christian Stub seine Elf erstmals in Führung und Tschöpel besorgte im Alleingang sogar das 3:5. Das konnten die Wintersportler nicht aus sich sitzen lassen. Christian Dittmar stellte auf 4:5 und Julius Schuchert besorgte den 5:5-Endstand. Danach gab es zufriedene, nein, strahlende Gesichter.

 

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