Benefizkonzert Musik für kranken Patienten

Perfekt aufeinander abgestimmt: Steffen Naumann (links) und Andreas Conrad musizierten für die Sanierung der Orgel von St. Georg. Foto: /Schönewald

Ein mitreißendes Programm und Spenden für die sanierungsbedürftige Schusterorgel der Schmalkalder Stadtkirche St. Georg. Das Konzert mit Steffen Naumann (Trompete) und Andreas Conrad (Orgel) war ein Erfolg.

Schmalkalden - Bereits die Ankündigung versprach Musikgenuss vom Feinsten. Steffen Naumann, Solo-Trompeter der Jenaer Philharmonie, und Andreas Conrad, Organist und Bezirkskantor im hiesigen Kirchenkreis, luden zum Konzertabend ein. Gerade die Kombination von Trompete und Orgel assoziiert erhabene Festlichkeit, ergänzen sich doch der strahlende Glanz der Trompete und die majestätische Würde der Orgel auf wunderbare Weise. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „Sonntag, 17 Uhr...“, zugunsten der sanierungsbedürftigen Orgel von St. Georg statt. 1961 von der Firma A. Schuster & Sohn erbaut, ausgestattet mit 39 Registern und 2872 Pfeifen. Dass das Instrument dringend in die Kur muss, vernahmen am Sonntag nur Musikfreunde mit einem ganz speziell geschulten Gehör. Wer jedoch den Organisten ganz nah an seinem Spieltisch beobachtete, sah ihn eins ums andere Mal schwitzen. Doch die Aussicht auf einen rundum erneuerten „König aller Instrumente“, wie schon Mozart die Orgel nannte, verlieh dem Perfektionisten Conrad Flügel. Kein Wunder, wenn man zudem einen national und international anerkannten Musiker wie Steffen Naumann an seiner Seite weiß. Ein eingespieltes Team. Eine Seit vielen Jahren konzertieren der Trompeter mit Schmalkalder Wurzeln und der gebürtige Augsburger gemeinsam, zum Beispiel im Rahmen des Thüringer Orgelsommers. Er sei glücklich, nach einer längeren, coronabedingten Pause wieder in St. Georg auftreten zu können, sagte Naumann der Heimatzeitung. Quasi ein Heimspiel für den Sohn des ehemaligen Pfarrerehepaars Dorothea und Reinhard Naumann. Die einzigartige, wundervolle, ja „irre“ Akustik der vor mehr als 500 Jahren errichteten spätgotischen Hallenkirche hat Steffen Naumann schon als jungen Menschen fasziniert und begeistert. Wie das Trompetenspiel, fünf Jahre erlernt an der hiesigen Musikschule, bei Reiner Zips, später bei KMD Bernd Gannott im Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Schmalkalden, perfektioniert beim Musik-Studium. 2002 war der heutige Solo-Trompeter Sieger des 6. Internationalen Händel-Wettbewerbs in Halle. Konzertreisen führten ihn bis nach China, Armenien und zahlreiche europäische Länder. Gemeinsam mit KMD Theophil Heinke veröffentlichte er zwei CD mit Musik für Trompete und Orgel an Thüringens bedeutendster Barockorgel, der Trostorgel in Waltershausen. Auf Kurzarbeit gesetzt half der Musiker in der Pandemie vier Monate lang in einer Pflegeeinrichtung aus. Das tägliche Trompete-Üben bedurfte da schon einer gewissen Motivation, gab der Musiker zu. Umso dankbarer sei er, dass endlich wieder öffentliche Konzerte stattfinden können. Für Naumann ist es eine Selbstverständlichkeit, die 240.000 Euro teure Sanierung der Kirchenorgel zu unterstützen. Der Benefiz-Auftritt am 17. Oktober dürfte nicht sein letzter gewesen sein. Am Sonntag begeisterten Steffen Naumann und Andreas Conrad mit Werken von Henry Purcell ( Sonate D-Dur), Dietrich Buxtehude (Choralvorspiel zu „Komm Heiliger Geist, Herre Gott“), Johann Pachelbel ( Canon in D), Leon Boellmann (Suite Gothique für Orgel), mit drei Choralbearbeitungen von Bach und Zeitgenossen, mit den Gospels „Sometimes I feel like a motherless Child“, „For ypi (Enrico Pasini) und „I did it my way“. Mit „What a Wonderful World“ als Zugabe schickten die Musiker und die Kirchengemeinde als Gastgeber das dankbare Publikum in den Sonntagabend.

Die Benefizreihe zugunsten der Orgel wird am Sonntag, 24. Oktober, dann erst um 18 Uhr, fortgesetzt mit einem Auftritt des Schmalkalder Musikers Marcus Klaedtke. „NaturSept @ Church“ heißt das Programm. Es gilt die 3G-Regel. Das geplante Konzert mit Chips wird auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.

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