Beliebte Motorsportveranstaltung in Sonneberg erneut abgesagt „Wenn wir es machen, dann richtig“

Wenn die kleinen Flitzer auf dem Raceway am Bahnhof ihre Runden drehen, ist das stets ein ganz besonderes Spektakel. Foto: /Carl-Heinz Zitzmann

Schweren Herzens müssen die Mitstreiter des Motorsportclubs „Grünewald“ auch in diesem Jahr auf ihr Highlight – das 6-Stunden-Citykartrennen – verzichten. Aber sie bleiben am Ball und hoffen, dass man in nächsten Jahr wieder richtig loslegen kann.

Sonneberg - Normalerweise sind sie um diese Zeit schon heiß, denn ihr alljährlicher Höchstleistungseinsatz rückt immer näher. Arbeitseinsätze sind in der Regel schon gestartet, die Streckenteile sortiert und für den Abtransport von Effelder nach Sonneberg bereitgestellt. Die Gestaltung des Programmheftes liegt in den Endzügen und alles ist beantragt und geregelt. Doch wie viele andere auch gucken die Mitstreiter des Motorsportclubs „Grünewald“ in diesem Jahr in die Röhre. Und nicht nur sie, zieht doch das 6-Stunden-Citykartrennen am zweiten Maiwochenende immer ganz viele Besucher an. „Ach Mensch“, sind alle traurig, nachdem vor Kurzem die Absage die Runde machte. Viele hatten sich darauf gefreut und immer wieder gehofft, dass bis zum Termin, wieder Normalität eingezogen ist. Die Rennfahrer selbst, die endlich wieder einmal ihre Runden drehen könnten, die Kartbahn aus Grimma, die ihre fahrbaren Untersätze hätte herausholen können und natürlich die Zuschauer, die mitfiebern. „Das Wochenende ist zwar Stress pur, aber den hätte ich jetzt lieber“, sind sich die Motorsportler einig. Aber Pustekuchen, die Corona-Zahlen schießen in die Höhe und an Veranstaltungen mit so vielen Leuten ist vorerst einmal nicht zu denken.

„Zumindest nicht in der Größe, wie man es von den Vorjahren kennt“, sagt Cheforganisator Markus Grünewald. Die Kartsportler waren Anfang Mai nicht die Einzigen, die in die City lockten. Auch die Automeile und der verkaufsoffene Sonntag starteten. Geplant, so weiß Markus Grünewald aus Gesprächen mit den Verantwortlichen in der Stadt, ist auch in diesem Jahr etwas. „Da werden wir uns auf jeden Fall mit einklinken“, verspricht er. Was, wisse man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, aber es gibt Ideen. „Ein Stand oder Kinderbeschäftigung“, verrät er. Ein Kartrennen wird jedoch definitiv nicht starten.

„Wir haben schon vor längerer Zeit darüber nachgedacht, den Termin zu verschieben“, erzählt er. Ende Juni oder im Herbst vielleicht? Doch so richtig passte beides nicht. „Der Mai-Termin ist bei uns allen fest geblockt“, weiß er. Darauf sind Familie und Freunde eingestimmt. Anders im Sommer. Da genießt der Großteil der 80 Mitglieder Ferien und Urlaub im Kreise seiner Familie. „Schlecht, da an einem Wochenende genügend Leute zusammen zu kriegen“, weiß Markus Grünewald nach einer Umfrage innerhalb der Crew. Aber auch die anderen Motorsportveranstaltungen spielen hier eine Rolle. Manch ein Profi-Team hat bereits andere feste Termine. Genau wie Markus Grünewald, der neben seiner beruflichen Tätigkeit auch für Für die ADAC GT Masters, Formel 4 und weitere Rennserien in der Race Control im Einsatz ist.

Im Moment weiß auch keiner, wie es mit Corona weitergeht. Wie viele Leute dürfen zu einer Veranstaltung? Braucht man ein Hygienekonzept, Tests oder sogar Einlasskontrollen? Alles Fragen, auf die man im Moment keine Antwort weiß. „Außerdem müssten wir in dem Fall mit erhöhtem Personal und Kosten rechnen“, gibt der Cheforganisator zu bedenken. Mehr Security zum Beispiel, die man für den Einlass einsetzen müsste, und mehr Absperrzäune, da man nicht einfach so reindarf. „Undenkbar und ganz ehrlich – das wollen wir auch nicht“, sind sich alle einig. Zu ihnen sollen alle kommen können, die Spaß am Motorsport und einem außergewöhnlichen Event in der Stadt Sonneberg haben. Deshalb hat man gemeinsam entschieden, in diesem Jahr auf das Citykartrennen und auch auf die Bürostuhl-Rundstrecken-WM zu verzichten.

„Nicht schön, aber es geht nicht anders“, bedauern alle und hoffen, dass möglichst alle ihnen auch in Zukunft die Treue halten werden. „Die Zuschauer sicher“, ist man sich einig. Und auch von Teams, von denen die meisten schon zum festen Stamm gehören, haben Verständnis. „Zu vielen hat sich inzwischen ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt“, ist nicht nur Markus Grünewald froh. „Zu jedem großen Event gehören Emotionen und dadurch wächst man zusammen“, weiß er. Doch auch darauf muss die Kart-Familie verzichten. Wie es dann weitergeht, weiß man noch nicht. „Sicherlich nicht einfach“, befürchtet man. Gerade bei den Sponsoren rechnet man, wenn es schlecht läuft, mit Einbrüchen. „Die Firmen haben mit sich selber zu tun, müssen teilweise ums Überleben kämpfen und ob man da noch ein Sponsoring machen kann, ist fraglich“, macht er deutlich. Alles andere als gut ist auch die Situation der Kartbahn in Grimma, die die fahrbaren Untersätze zur Verfügung gestellt hat. „Auch sie ist schon lange geschlossen“ weiß Markus Grünewald von deren Chef Andy Koppka.

Bei allen Unwägbarkeiten ist man jedoch optimistisch. „Wir machen wieder ein Rennen und dann richtig“, blickt man zuversichtlich in die Zukunft.

 

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