Hildburghausen - Wie anstrengend ist es, ständig gute Laune verbreiten zu müssen? Womöglich geht Jason Bradley genau diese Frage durch den Kopf, als sie ihn morgens für die erste Szene des Musikvideos gleich mal den zehn Meter hohen Schlot hochscheuchen. „Alles kommt gut“ heißt die sprachlich etwas eigensinnige Eins-zu-Eins-Übersetzung seines flämischen Schlager-Hits „Alles komt goed“. „Alles kommt gut“ spricht sich Bradley, endlich oben angekommen, auch selbst zu. 30 Sprossen hat er sich hochgequält, nun lässt er seinen Oberkörper über die Schornsteinkante plumpsen. Immerhin das gute Crooner-Mikrofon und den Rucksack mit seinem Auftrittshemd hatten sie ihm vorher hochgetragen. Von hier oben aus, über dem Dach des „Fit for Life“-Fitnessstudios und so ziemlich allen Dächern Hildburghausens, versucht sich Jason Bradley, der belgische Schlagersänger, am Samstagmorgen zuerst in die Gehörgänge der Deutschen zu singen.