Behrunger Lichterfest Missglückte Generalprobe – gelungene Premiere

Wolfgang Swietek

Das 10. Lichterfest wurde am Samstag in der Grabfeldgemeinde Behrungen gefeiert. Wie bei den Festen zuvor, gab es wieder eindrucksvolles Kunsthandwerk und Kulinarisches in vielfältiger Form zu sehen.

Eine Woche bevor in vielen anderen Gemeinden zum Auftakt der Adventszeit zu Weihnachtsmärkten eingeladen wird, feiert die Grabfeldgemeinde Behrungen immer ihr Lichterfest – und das nun bereits zum zehnten Mal. Doch ehe die Akteure am Samstag dafür die Lichter anzündeten, mussten sie dies am Vorabend schon einmal tun – und das unfreiwillig. Für eine reichliche Stunde war am späten Abend im gesamten Ort das Licht weg, einschließlich der Straßenbeleuchtung. Absolute Dunkelheit. „Als ob wir schon einmal den Ernstfall proben sollten“, sagt Beate Friedrich. „Wir hatten gerade Besuch und deshalb zur Dekoration ein paar Teelichter auf dem Tisch stehen. So haben wir bei dem Stromausfall wenigstens noch etwas gesehen, um ein paar weitere Kerzen zu suchen.“ So könne man sehen, wie sich plötzlich alles verändert, sollte das wirklich einmal eintreten. Was natürlich niemand hofft.

„Erfunden“ haben das Lichterfest vor zwölf Jahren – in den letzten beiden Jahren durfte es ja nicht stattfinden – zwei Behrunger: Evi Wilhelm und Marcel Lindner. Die Inhaberin einer Filzwerkstatt und der Kettensägenkünstler ziehen das ganze Jahr über von einem Kunsthandwerkermarkt zum anderen, kennen also genügend Gleichgesinnte. Und überall, wohin sie eingeladen werden, verbinden sie dies mit einer Gegeneinladung.

So gibt es beim Lichterfest in Behrungen weit mehr zu sehen und zu bestaunen als bei manch anderem Weihnachtsmarkt – Kunsthandwerk und Kulinarisches in vielfältiger Form. Dass sie natürlich aus dem eigenen Ort noch etliche treue Helfer haben – wie die Mitglieder des Feuerwehrvereins, die für die gute Versorgung mit Kaffee, Kuchen und Torte sowie Bratwurst, Steaks und Glühwein sorgten – soll dabei nicht unerwähnt bleiben.

Wie auch die „Hexen“ des Karnevalvereins mit ihrer Hexenküche zum Gelingen des Festes beitrugen. Die leckere Gulaschsuppe, die von den „Hexen“ Tina Six und Nicole Schön zubereitet und ausgeschenkt wurde, fand jedenfalls reißenden Absatz.

Handwerk, wie es dies früher einmal in nahezu jedem Ort gab, praktizierten Frank Kürschner und Max Pörschke, die vor den Augen der Besucher mit Hammer und Amboss das „Eisen schmiedeten, solange es heiß ist“, wie es so schön heißt. Und die Hufeisen, die sie schmiedeten, sollen doch den neuen Besitzern Glück bringen, wie der Volksmund sagt.

Zum ersten Mal nach Behrungen gekommen war Sebastian Stapf mit den Produkten seiner Brennerei im unterfränkischen Ostheim v. d. R. Dass Brenner ein richtiger Beruf ist, mag manchem gar nicht bewusst sein. Sogar ein Meisterabschluss sei dabei möglich, wie Dipl.-Ing. Sebastian Stapf erzählt. Schon in der fünften Generation gibt es seinen Familienbetrieb – ein richtiger „Dauerbrenner“ also. Von der heimeligen Atmosphäre beim Lichterfest in Behrungen – vor allem dann bei einsetzender Dunkelheit, wenn die Lichter richtig zur Geltung kommen – war er auf Anhieb begeistert. Wie auch die Keramikerin Antje Koch aus Hildburghausen und die vielen anderen Aussteller.

Selbst Frau Holle hatte ihren Beitrag zu dem schönen Ambiente beigetragen, in dem sie in der Nacht zuvor erstmals in diesem beginnenden Winter die Betten geschüttelt hatte. Da der feuchte Schnee auf den Bäumen liegen geblieben ist, sah die Landschaft sogleich aus wie in einem Bilderbuch. Und bei den Minustemperaturen schmeckte der Glühwein gleich doppelt so gut.

 

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