75 Seiten umfasst der „Kommunale Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“ – so heißt das Schriftstück offiziell, für das der Kreistag bereits grünes Licht gab. Für fünf Jahre ist dieser Plan ausgelegt, binnen eines Jahres wurde das Papier erarbeitet. „Das war sportlich“, sagt Tamara Wedel, die Behinderten- und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. Dem voraus gingen schließlich zahlreiche Arbeitstreffen, Befragungen und Dialogkonferenzen, bei denen Betroffene mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft zusammenkamen. Die wichtigsten Handlungsfelder wurden abgesteckt. Einig war man sich: Über allem steht dabei jedoch die „Bewusstseinsbildung“, weil das entscheidend ist. „Das Thema muss erst mal durch die Köpfe, um etwas zu verändern“, sagt Wedel. Sie verweist darauf, dass immerhin 21 Prozent der Menschen im Landkreis einen Grad der Behinderung von über 50 Prozent haben. „Das ist vielen gar nicht bewusst.“ Die Zahl stammt aus den Anträgen auf Anerkennung einer Behinderung – das heißt, die Dunkelzimmer ist durchaus noch höher.