Ingolf Zellin Gründer der Zooschule Suhl gestorben

Ingolf Zellin widmete sein Leben dem Lehrer-Dasein. Nun ist der beliebte Pädagoge und Ehrenamtler aus Suhl gestorben.

Ingolf Zellin bei der Übergabe seines Verdienstkreuzes. Foto: Jacob Schröter

Hoppelhasen frisieren, beim Nestbau dabei sein, Tiere beim Leben beobachten … Die Zooschule Suhl setzt seit einem halben Jahrhundert dort an, wo Schulbücher nicht mithalten können – nun ist der Gründer und langjährige Leiter Ingolf Zellin im Alter von 78 Jahren gestorben, wie auf dem Facebook-Profil des Fördervereins zu lesen ist.

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Die Zooschule Suhl ist ein außerschulischer Lernort mit Tieren, der in den 70ern ursprünglich an der Grundschule am Himmelreich entstanden ist. Hier hat der Suhler ein echtes Lebenswerk geschaffen, das keinen Schulschluss kannte – einen Ort, an dem Kinder Verantwortung lernen, Tiere pflegen und ihre Umwelt begreifen – hautnah.

Auch in Seniorenheimen oder bei Menschen mit Behinderungen schaute Zellin gerne mit den Vierbeinern vorbei, schaute stets, ob noch Platz im Terminkalender ist.

Vor einem halben Jahr gewürdigt

Erst vor wenigen Monaten erhielt der Pädagoge in der Erfurter Staatskanzlei das Verdienstkreuz am Bande von Ministerpräsident Mario Voigt. Die Laudatio würdigte ihn als Pädagogen, der „Generationen von Schülerinnen und Schülern in Mathematik, Deutsch, Zeichnen, Biologie und Sprachen“ unterrichtete – sein „eigentliches Fach war die Lebenskunde“.

Bis heute betreute er ehrenamtlich die Zooschule und half bei Hausaufgaben – „Tag für Tag“. Zu seiner Auszeichnung erklärte er damals, dass diese Ehrung nicht ihm alleine gebühre. Ohne Helfer und Mitstreiter wäre all das nicht möglich gewesen.

Fassungslosigkeit bei der Zooschule

Nun ist es dort, wo einst das Leben beobachtet wurde, still. „Das komplette Team der Zooschule“ trauert, geben Begleiter, Helfer, Freunde auf Facebook ihren Gefühlen Ausdruck.

„Es gibt Momente, die rauben einem völlig den Atem, erzeugen brutale Fassungslosigkeit und lassen uns in einem Meer von Tränen zurück, einfach so. Wir verstehen es nicht. Das kann nicht sein … Ingolf“, schreiben sie weiter. Nicht zuletzt bittet das Team jedoch auch um Verständnis: „Wir werden uns in Kürze äußern. Aber nicht jetzt.“

Welchen Einfluss er auf das Leben anderer hatte, wird bei einem Blick in die Kommentare deutlich. So erinnert sich eine alte Wegbegleiterin an die früheren Zeiten „Wir haben gemeinsam die ersten Jahre als Lehrer zusammengearbeitet und uns das „Laufen“ beigebracht. Der Verlust schmerzt sehr.“

Ein anderer wiederum bedankt sich im Abschied „für die guten Kindheitserinnerungen.“