Baustellen-Fotos Lieferengpässe bringen Zeitplan durcheinander

Die Pflastersteine fehlen: Die Bauarbeiten (I. Bauabschnitt) in der Klostergasse/Weidebrunner Gasse dauern länger als geplant. Indes gibt es Anwohner-Lob für die Baufirma und die Stadt.

Schmalkalden - Marita und Horst Hentschel wohnen seit 22 Jahren in der Herrengasse 6. In einem denkmalgeschützten Haus. Die Eheleute fühlen sich wohl in diesem zentrumsnahe Quartier. Ein Umfeld, das sich gerade im Umbruch befindet. Die Hentschels freuen sich über die Veränderungen, verfolgen diese aufmerksam und interessiert, leben, wie sie selbst sagen, in „friedlichem Einvernehmen mit der Jahrhundertbaustelle“.

Besonders freut sie es, dass die 1992 im Kreuzungsbereich Pfaffengasse-Herrengasse-Haargasse gepflanzte Linde überlebt hat. Im Herbst vergangenen Jahres hing ihr Schicksal am seidenen Faden. Die Gartenfreunde befürchteten, dass der Baum im Zuge notwendiger Sanierungsarbeiten an der ihn umschließenden Mauer gefällt werden muss (wir berichteten am 17. Oktober 2021). Doch alles ging gut aus. Wie von Bauamtsleiter Lothar Hilpert zugesichert, wurde eine neue, dieses Mal 3,50 Meter im Durchmesser große, Mauer um die Linde gebaut – und zusätzlich mit einem Metallring abgesichert. Außerdem wurde eine Pflanzgrube, die es bisher nicht gab, ausgebaggert, Pflanzsubstrat aufgebracht sowie das entstandene Loch aufgefüllt. Voll des Lobes ist das Ehepaar über die „prachtvolle runde Bank“, die um die Linde aufgestellt worden ist; fachmännisch gezimmert aus besonderem wetterfesten Holz. Auf dieser Baumbank werden „Jung und Alt“, Schmalkalder und Besucher gemütlich Platz nehmen und die Seele baumeln lassen, ist sich Horst Hentschel sicher. Last but not least schlägt sein grünes Herz für die drei neuen Bäume, die Ende vergangenen Jahres vor dem Plattenbau in der Haargasse gepflanzt worden sind. Malus tschonoskii: Wollapfel. Zirka acht Meter hoch wird er, mit herzförmigen, glänzend dunkelgrünen Blättern und einer scharlachroten und goldgelben Herbstfärbung.

Zum Schluss möchten Marita und Horst Hentschel öffentlich „Danke“ sagen, dem Team Strabag und den Verantwortlichen der Stadt Schmalkalden, verbunden mit den Wünschen für ein „friedliches Zusammenleben in unserer schönen Stadt“.

Lieferengpässe

Seit Mai vergangenen Jahres wird im Bereich Klostergasse/Weidebrunner Gasse emsig gebaut. Der offizielle Arbeitstitel: „Gestaltung öffentlicher Räume in der Altstadt von Schmalkalden, Bauabschnitt 6“. Rund 4,3 Millionen Euro investiert die Stadt Schmalkalden in die Um- und Neugestaltung dieses Quartiers. Drei Millionen Euro wurden bis Ende 2021 verbaut. Unter anderem 600 000 Euro für Wasser- und Abwasserleitungen, 65 000 Euro für neue Gasanschlüsse, 58 000 Euro für den Anbindung an Fernwärme. Verlegt wurde zudem ein Leerrohr für eine spätere Versorgung mit Glasfaserkabel. Im Zufahrtsbereich zur Herrengasse wurde eine elektronische Polleranlage analog Kirchhof und Auergasse installiert.

Dass der erste Bauabschnitt nicht, wie geplant, bis Ende vergangenen Jahres fertig geworden ist, liegt einzig und allein an den fehlenden Pflastersteinen. Lieferengpässe, fasst Bauamtsleiter Lothar Hilpert das Dilemma zusammen. Zudem gebe es große Probleme mit der Qualität der Basaltsteine aus der Ukraine, die in der Klostergasse und am Neumarkt verlegt werden. Dieses großformatige Material sei einfach nicht einbaufähig, sagt Hilpert. Deshalb habe man sich, in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde, darauf verständigt, kleines Pflaster zu verlegene, in einer Größe von 10x10.

Die Granitsteine für die Weidebrunner Gasse (2. Bauabschnitt) werden in Portugal abgebaut. Sie ergänzen im hinteren Bereich der Straße die alten Pflastersteine, die aufgenommen worden sind und wieder eingebaut werden. Geplant war, die Pflasterarbeiten am 10. Januar wieder aufzunehmen, sagt Hilpert. Doch der Wintereinbruch, verbunden mit Nässe und Matsch, machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Die Sperrung, Verkehrs- und Fußgängerführung bleiben vorerst bestehen.

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