Baustart an der Musikschule Aus der Wiese wird ein Kulturgarten

Baustart im Garten der Musikschule: Der Bagger steht bereit, damit der unterirdische Bauraum geordnet werden kann. Foto: Heiko Matz

Weil andere Kommunen die Fördermittel nicht wollten, kann die Stadt Bad Salzungen zusammen mit dem Wartburgkreis ein Projekt umsetzen, das für dieses Jahr eigentlich nicht geplant war. Eine große Herausforderung.

 
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„Wir freuen uns sehr“, sagt Musikschulleiterin Stefanie Ihling anlässlich des Spatenstichs für die Umgestaltung der Außenfläche der Musikschule und der Stadt- und Kreisbibliothek. Auf der Wiese steht der Bagger schon bereit, die beauftragte Baufirma Krause in den Startlöchern. Die Zeit drängt. Weil die Fördermittel aus der bereits ausgelaufenen EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stammen, muss die Umsetzung und Abrechnung bis Oktober klappen. „Das ist extrem anspruchsvoll und in dieser Zeitspanne eigentlich nicht zu leisten“, meint Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler). Weshalb er dem Projekt die Priorität 1 zugeteilt hat. Heißt: Alles andere musste erst mal liegen bleiben.

Erst im November hatte die Stadt vom unverhofften Fördersegen erfahren – und zum Glück ein fertiges Projekt in der Schublade gehabt. Die Außenflächen der Musikschule sowie der Stadt- und Kreisbibliothek sollen in eine autofreie Oase mit viel Grün, Bänken, barrierefreien Zuwegungen und einem für Konzerte und Feste nutzbaren Bereich umgestaltet werden. Mit im Boot ist der Wartburgkreis als Eigentümer der Musikschule. Und so teilt man sich auch die Kosten. Weil es eine 80-prozentige Förderung für das Projekt mit einem Umfang von rund 730 000 Euro gibt, müssen Landkreis und Stadt jeweils nur 76 000 Euro beziehungsweise 70 000 Euro zuschießen. Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt bezeichnete Klaus Bohl als sehr gut: „Auf kurzen Wegen konnten schnelle Entscheidungen getroffen werden.“ Die waren nötig, weil es wegen eines bestehenden Erbbaurechtsvertrages so einiges im Vorfeld zu klären gab.

Die Umgestaltung des Areals sei eigentlich längst überfällig, meint Stefanie Ihling und bezieht sich damit vor allem auf das Parkchaos im Eingangsbereich. Dieser wird sich komplett verändern und als autofrei deklariert. Kleine Wartebereiche vor beiden Häusern sollen hier entstehen.

Der Garten der Musikschule auf einer historischen Fläche – hier stand einst das Staatsgut Domäne – soll multifunktional nutzbar gemacht werden. Neben einer Bühne mit einer tanzbaren Oberfläche, die etwas erhöht sein wird, und dem Zuschauerbereich soll die Wiesenfläche für größere Veranstaltungen eingebunden werden. Dem Veranstaltungsbereich zugeordnet werden kleinere Flächen, die für Sitzgruppen oder für die Versorgung genutzt werden können. Große Sonnensegel sollen den Bühnen- und Zuschauerbereich schützen. Ein Beleuchtungskonzept soll dazu beitragen, sich hier wohler zu fühlen. Der gesamte Bereich wird zwar eingezäunt, soll aber tagsüber zugänglich sein und nur abends abgeschlossen werden.

Besucher sollen künftig den Parkplatz in der Andreasstraße (Haus Landgraf) nutzen. Dafür sollen Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden. Der schmale Gang zwischen Wohnhaus und Bibliothek soll geöffnet und beleuchtet werden, um für kurze Wege zu sorgen. Hier richtet Bürgermeister Klaus Bohl seinen Dank an Nachbarin Gudrun Vogel, die mit ihrem Einverständnis dafür sorgt, dass diese Idee umgesetzt werden kann.

Für die Mitarbeiter wird es einen Parkplatz angrenzend an den des alten Landratsamtes geben, der über eine Schranke nur für Berechtigte zu erreichen ist.

Der neue Kulturgarten soll zünftig eingeweiht werden – entweder noch im Herbst oder dann bei besserer Witterung im Frühjahr. „Auf jeden Fall werden wir richtig was losmachen“, verspricht Stefanie Ihling. Und Gudrun Vogel kann von ihrem Wohnzimmer aus zuschauen.

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