„Die Grünen sind eine Metapher für eine alternativlose Haltung geworden“
Die Schriftstellerin und Richterin Juli Zeh, selbst Mitglied der Regierungspartei SPD, sieht den Grund dafür, dass die Grünen immer wieder den gesellschaftlichen Buhmann spielen müssen darin dass die Grünen mittlerweile zu einer Metapher „für eine bestimmte Haltung zur Politik“ geworden seien, die sich dadurch auszeichne, „dass man eine eigene Agenda hat und diese als alternativlos imprägniert“. Özdemir räumt selbst ein: „Wir haben dazu beigetragen, indem wir in der Vergangenheit sehr mit „moralinsaurer“ Haltung durch die Landschaft gezogen sind“.
Auch Zeh bezieht in der Sendung klar Stellung für die Bauern, deren jahrelang aufgestauter Frust sich nun entlade. Die Probleme der Bauern lägen tiefer, der Sparbeschluss sei bei weitem nicht das einzige Problem gewesen. Auf der anderen Seite freut sich Zeh sehr über die Unterstützung, die die Bauern aus der breiteren Bevölkerung erfahren: „Wir sitzen hier heute Abend und alle zeigen Verständnis für die Landwirte.“ Von einer Verharmlosung der Situation kann also keine Rede sein.