Bauernproteste in Ilmenau Grüne reagieren auf Misthaufen vor dem Büro

Vor dem Wahlkreisbüro der Grünen in Ilmenau wurde ein Haufen Mist abgeladen. Nach Meinung der Grünen war das die falsche Adresse. Wo soll der Mist stattdessen hin?

Ein Misthaufen liegt vor dem Grünen Büro in Ilmenau. Foto: Facebook/Madeleine Henfling

Auch in Ilmenau haben Unbekannte vor dem Wahlkreisbüro der Grünen einen Misthaufen abgeladen. Dazu teilt eine Sprecherin des Teams um Landtagsabgeordnete Madeleine Henfling mit: „Bauern beglückten uns mit dem zweitbesten, was sie nach ihren erzeugten Produkten zu bieten haben – einem Haufen Mist.“ Aber leider treffe dieser Gülleanfall nicht die richtigen, da Kreisverbände und die Landespolitik nicht über bundespolitische Subventionen entscheiden würden.

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Dass Bauern viele Auflagen und Regularien erfüllen müssten und dies häufig für Unmut sorge, sei verständlich. Einen Misthaufen vor die Tür zu legen, helfe bei einer konstruktiven Debatte aber nicht weiter, heißt es. Viel mehr müsse man fragen, warum so viele Bauern anscheinend nicht gut von ihrer Arbeit leben können. „Liegt es an der jetzt fehlenden Subventionierung von klimaschädlichen Treibstoffen? Fast ein Drittel des gesamten EU-Etats fließt als Subventionen direkt an die Bauern und macht einen großen Teil ihres Gewinns aus. In Deutschland sind das sechs Milliarden Euro pro Jahr allein für die Landwirtschaft“, so die Sprecherin.

Pflanzen freuen sich über den Haufen

Eventuell liege es aber doch an den monopolartigen Strukturen in Mühlen, Molkereien und Schlachthöfen und beim Lebensmitteleinzelhandel, die Bauern in die Knie zwingen. „Wir würden sagen, eher Letzteres ist der Fall. Vielleicht wären Sternfahrten und Misthaufen eher bei den Zentralen der ganz großen Player angebracht als vor Parteibüros. Immerhin haben wir uns im Pariser Klimaabkommen darauf geeinigt, dass wir unseren CO2-Haushalt deutlich verringern müssen, um überhaupt noch eine lebenswerte Erde bewirtschaften zu können“, so die Sprecherin.

Für den Misthaufen vor der Tür haben die Grünen derweil eine sinnvolle Verwertung gefunden: „Da freuen sich die umliegenden Pflanzen in den Baumscheiben und Gartenbesitzer über den regionalen Dünger, denn die nächste Gartensaison kommt bestimmt.“