Bauabnahme in Sonneberg Neuer Stadion-Parkplatz bietet Besonderheiten

Sarah Jakob

Rund um das Sonneberger Stadion wurde nun die größte seit der Wende neu gebaute Parkfläche fertig  gestellt. Um ihn herum gibt es jetzt schon viele  Besonderheiten, weitere sind in Planung. Und: Die Bürger dürfen sich über kostenloses Parken in Nähe der Innenstadt freuen.

Pünktlich zum bevorstehenden Teddy- und Puppenfestival der Spielzeugstadt in der kommenden Woche können Bürgerinnen und Bürger über 200 neue, gebührenfreie Stellplätze nutzen. Vor dem  Stadion in der Wiesenstraße wurde nämlich ein 8500 Quadratmeter großes Areal ausgebaut, das eine Parkfläche bietet, von der Besucher schnell und unkompliziert in die Innenstadt gelangen.


Auch zum Sonnebad, dem Bahnhof, dem Rathaus und der Bahnhofstraße ist es nicht weit. Ein Ausgangspunkt für sämtliche Erledigungen rund um das Stadion wurde also im vergangenen Jahr dort geschaffen. Nun wurde das frisch herausgeputzte Gelände von Bürgermeister Heiko Voigt und Vertretern der Stadtverwaltung sowie der Bauplanung- und Ausführung in einer kleinen Zeremonie eingeweiht. „Wir haben bald einige Großveranstaltungen. Die stehen dann für die offizielle Eröffnung des neuen Parkplatzes“, erklärt Voigt, der aufgrund der bevorstehenden Feste und Märkte, die auf dem Stadionparkplatz stattfinden werden, auf eine riesige Eröffnungszeremonie verzichten wollte. Trotzdem freue er sich über das Treffen vor Ort, denn die fertiggestellten Bauarbeiten geben dennoch Grund zum Feiern: Schließlich soll die Fläche vor dem ersten Event offiziell eröffnet und die Bauabnahme erfolgt sein. Und noch mindestens genauso bedeutend ist, so stellt der Rathauschef klar: „Es handelt sich hierbei um den größten Parkplatz, der nach der Wende jemals in Sonneberg neu gebaut wurde.“ Das macht Eindruck – doch es ging bei der Planung nie nur um die Stellflächen für Autos.


Im Gegenteil: Grün, optisch ansprechend, nachhaltig und nützlich sollte das Gelände um die Heimstätte des 1. FC Sonneberg sein. Deshalb hat man sich im Bauamt zusammen mit der Baufirma Strabag, den „Casparius“-Architekten aus Erfurt sowie Subunternehmen der Strabag, etwa für Bepflanzung und Beleuchtung, einiges einfallen lassen. Außerdem involviert waren das Ingenieurbüro für Bauwesen von Olaf Brösicke und Tobias Langhammer, das Architekturbüro „Optiplan“ und das Ingenieurbüro Eichhorn aus Sonneberg.
Einiges hat sich vor Ort getan. Über dem grauen Asphalt erhebt sich am Hang eine mit verschiedenen Blumen- und Straucharten bepflanzte Fläche, wo schon einige bunte Farbkleckse das Augenmerk auf sich ziehen. Noch abwechslungsreicher wird es aber, wenn man den kleinen Hügel erklimmt und plötzlich auf einer Streuobstwiese steht.


Nachhaltigkeit ist wichtig


Obstbäume und Parken in der Innenstadt? Das bringt vielleicht kaum jemand sofort miteinander in Verbindung, doch Sandro Herbst, Sachgebietsleiter für Hoch- und Tiefbau des städtischen Bauamts, kann aufklären: „Hier oben wird neben der Streuobstwiese noch ein Kinder- und Jugendareal entstehen.“ Um dieses natürlich in Szene zu setzten,  griff die  Stadtverwaltung auf viel Grün zurück.  Noch ist die Auffahrt noch nicht fertig, doch die Bauarbeiten rund um das Stadion werden bald aufgenommen.
Zuerst ist aber laut Bürgermeister Voigt die Gaststätte gegenüber dran. Dort werden schon ab Montag, 23. Mai, die Arbeiten an der Fassade aufgenommen. Eine Sonnenterrasse inklusive bereits eingesetzter Schirmhalter verweist schon jetzt darauf, was hier bald los sein könnte: Während die Eltern demnächst ihren Kaffee oder ein kühles Blondes auf der Terrasse der Stadion-Gaststätte genießen, dürfen sich die Sprösslinge auf dem Jugendareal austoben.
Über barrierefreie Zugänge von beiden Seiten, Sitzmöglichkeiten unterhalb der Terrasse und eine von zwei Fahrradstellflächen verfügt die zukünftige Gaststätte schon jetzt.
Bei den Ausführungen war den Beteiligten außerdem vor allem Nachhaltigkeit sehr wichtig. „„Wir haben auf dem Gelände sowohl zahlreiche Abstellfläche für Fahrräder, mehrere E-Ladesäulen und eine moderne Regenwasserbewirtschaftung“, zählt Bürgermeister Voigt auf. So versickere das Regenwasser dank absichtlich löchriger Rohre einfach im Boden, wie Olaf Brösicke ergänzt. Das sei in Hinblick auf die benachbarte Röthen ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz, „gerade in den heutigen Zeiten“.
Damit zeigten sich auch der Gebietsleiter der Strabag für Südthüringen und gleichzeitige Bauleiter in Sonneberg, Benno Gottfried, als auch Bauamtsleiter Holger Scheler und sein Kollege Herbst sehr zufrieden mit dem bis jetzt Erreichten.


Alles nach Plan


„Es konnte alles weitestgehend problemlos ausgeführt werden“, erklärt Gottfried beim Schlendern über das Gelände.  „Von der Konzeption bis zur Ausführung hat alles ineinandergegriffen“, bekräftigt der Bauleiter. Und entgegen eines Gerüchtes lief alles ohne größere Verzögerungen: Bauarbeiter hätten demnach nämlich im Laufe der Zeit die bereits geschlossene Betondecke wieder aufreißen müssen, um nachträglich noch Stromleitungen der Likra zu verlegen.
Hier kann Sandro Herbst aufklären: „Wir hatten keinerlei solche Verzögerungen. Manchmal müssen abschnittsweise Stellen zugemacht werden, um etwa darüberfahren zu können. Dann werden sie wieder aufgemacht.“ Das würde beim Beobachter den Anschein erwecken, dass etwas korrigiert werden müsse. Einen großen Fauxpas hätte es allerdings nie gegeben.
Da bleibt schlussendlich nur noch eine Frage: Wie ist es nun um einen möglichen neuen Namen für das Sonneberger Stadion bestellt? Zur Erinnerung: Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Kultur, Jugend und Sport des Stadtrates der Stadt Sonneberg hatten im vergangenen November  dazu aufgerufen, Namensvorschläge für das Sonneberger Stadion einzusenden. Was hat sich seit vorigen Herbst getan?  Schließlich war das Einreichen von Vorschlägen nur bis 31. Dezember 2021 möglich gewesen. Bürgermeister Voigt weiß: „Die Fraktionen des Stadtrates haben sich auf eine Linie geeinigt.“ Einen Titel für die beliebte Sport- und Freizeitstätte kann er zwar noch nicht nennen, aber das scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein: „In einer der kommenden Sitzungen, wahrscheinlich Juni oder Juli, wird im Stadtrat über die Namensgebung entschieden.“

Der Stadion-Parkplatz in Zahlen

Wie viele Parkmöglichkeiten gibt es? Wie weit läuft man zu anderen Freizeiteinrichtungen und in die Innenstadt?

Das erweiterte Stadionareal ist es wert, einmal auf die genauen Zahlen zu schauen:

Wie viele Parkplätze wurden geschaffen?

196, davon zukünftig maximal 8 mit E-Ladestation

Sechs Behindertenstellplätze

Zwei Behindertstellplätze für Kleinbusse und Transporter

Vier Busparkflächen

Zwei Flächen zum Abstellen von Fahrrädern

Von wann bis wann wurde gebaut?

Die Bauzeit dauerte genau ein Jahr, von Mai 2021 bis Mai 2022.

Wie weit sind bestimmte Entfernungen?

Rathaus/Bahnhof; etwa 370 Meter

Bahnhofstraße: etwa 500 Meter

Hanns-Arthur-Schönau-Platz: etwa 600 Meter

Pikoplatz: etwa 750 Meter

Der Parkplatz stellt also eine kurze und unkomplizierte Verbindung zur Sonneberger Innenstadt dar.

Wie hoch waren die Kosten und welchen Anteil nimmt die Förderung ein?

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf circa 2,15 Millionen Euro. Die Förderquote der Städtebauförderung des Freistaates Thüringen liegt dabei bei 90 Prozent.

 

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