8,6 Kilogramm Marihuana, 1,6 Kilogramm Haschisch, 2,3 Kilogramm Speed, 450 Ecstasy-Tabletten, 130 Gramm Ecstasy-Kristalle, 600 LSD-Trips, drei Gramm Kokain, sechs Gramm Crystal Meth. Es sind "unglaubliche Mengen", die Staatsanwalt Alexander Baum auf seiner Liste stehen hat. All das soll der Musterschüler Gino (Name geändert), der inzwischen auswärts studiert, zwischen April 2018 und Dezember 2019 an seine Großkunden im Raum Bamberg verkauft haben. Die wiederum verkauften die Ware weiter. Der Stoff war, das belegen Wirkstoff-Gutachten des LKA Bayern, von guter bis sehr guter Qualität. Weil auch der Preis stimmte, wurde aus dem anfänglichen Experiment Ginos im Laufe der Monate ein Riesengeschäft. "Ich wollte es nur einen Monat machen und dann möglichst schnell wieder heraus". Dabei hatte es der junge Mann gar nicht wegen des Geldes getan. Ihm sei es um die Anerkennung seiner Mitschüler und gleichaltrigen Bekannten gegangen. "Er war wer. Zu ihm kam man. War er zuvor ein Außenseiter, so bekam er dadurch die erhoffte Anerkennung", so Sven Hartmann von der Jugendgerichtshilfe.