Diese iranische Erklärung unterstreiche ein grundlegendes Problem des aktuellen Vorgehens der USA, schrieb der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz auf X. "Während die Regierung davon auszugehen scheint, dass zusätzlicher militärischer Druck den Iran letztendlich in einer schwächeren Position an den Verhandlungstisch zurückbringen könnte, zieht die Führung in Teheran möglicherweise genau die gegenteilige Schlussfolgerung." Die Botschaft aus Teheran deute darauf hin, dass wichtige Entscheidungsträger zunehmend wenig strategischen Wert in einer Rückkehr zu einem Abkommen mit den USA sähen.
Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars, man habe das Rahmenabkommen ausgesetzt. "Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt", zitierte die Agentur den Minister aus einem TV-Interview. Die Amerikaner hätten mit ihren "aggressiven Maßnahmen" gegen Verpflichtungen aus der Absichtserklärung verstoßen. Das sei der Grund gewesen, warum auch der Iran sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden fühlt.
Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni eigentlich auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der Straße von Hormus. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe, die allerdings auch vor der jüngsten Eskalation mehrfach gebrochen wurde. Trump erklärte diese Waffenruhe vergangene Woche für beendet.