Bahnprojekt in der Rennsteigregion Max und Moritz kennen kein links oder rechts

Mit einem Ziel: Die Landtagsabgeordneten Ralf Kalich (Linke), Maik Kowalleck (CUD), Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania, Markus Büttner vom Bahnförderverein sowie Schmiedefelds Bürgermeister Uli Körner (von links) Foto: privat

Die Max- und Moritzbahn eignet sich nicht für Parteienstreit. Landtagsabgeordnete von CDU und Linken trafen sich, für ein gemeinsames Vorgehen.

Saalfeld/Lichte - Für Außenstehende mag es ungewöhnlich erscheinen, wenn sich ein Landtagsabgeordneter der CDU mit einem von den Linken trifft. Für die langjährigen Landtagskollegen Maik Kowalleck (CDU) aus Saalfeld und Ralf Kalich (Linke) aus Blankenstein – beide bekennende Bahnunterstützer – ist es nur ein Treffen von vielen. Schließlich geht es nicht nur für sie mit der Bahnanbindung auch um die Zukunft der Region.

So hatten sie sich am Rande der Landtagssitzung bei einem Gespräch über die Bahninitiativen in ihren Wahlkreisen schnell auf einen Termin auf dem Schmiedefelder Bahnhof geeinigt. Dort trafen sie vor einigen Tagen den Saalfelder Bürgermeister Steffen Kania, den Schmiedefelder Ortsteilbürgermeister Uli Körner und Markus Büttner, den Vorsitzenden vom Förderverein der Max- und Moritzbahn. Anliegen der Landtagsabgeordneten ist es, die Kräfte beider Bahninitiativen zu bündeln.

So warb Kalich für einen Beitritt der Stadt Saalfeld zur Verkehrsinitiative Höllennetz, die für eine Reaktivierung der seit 1945 unterbrochenen Bahnverbindung zwischen Thüringen und Bayern kämpft.

Aktuell zählt die Verkehrsinitiative 36 Mitglieder, darunter Bad Lobenstein und Rosental am Rennsteig. „Der Beitritt Saalfelds wäre ein Signal nach draußen und auch ein Zeichen für die hiesige Region“, erklärte Kalich. Er befasse sich inzwischen seit 22 Jahren intensiv mit diesem Thema. Für ihn wäre auch denkbar, dass sich die Thüringer Bahninitiativen im Rahmen eines Buchprojektes vorstellen und somit noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen.

Für Kowalleck steht fest, dass das anspruchsvolle Vorhaben, das seit Jahren mit viel Engagement vom Förderverein Max- und Moritzbahn verfolgt wird, nur mit Unterstützung des Freistaates Thüringen vorangebracht werden kann. Für den finanzpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion ist es wichtig, dass die Max- und Moritzbahn im Landeshaushalt 2021 für Gutachten zur Reaktivierung von Bahnstrecken konkret benannt ist. „Damit haben wir es schwarz auf weiß, dass es möglich ist, die erforderliche Machbarkeitsstudie zur Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke aus Landesmitteln zu finanzieren. Ein gemeinsames und parteiübergreifendes Vorgehen ist für unsere gesamte Region und die betroffenen Bahnstrecken ein wichtiges Zeichen“, so Kowalleck.

Nunmehr ist vorgesehen, weitere Unterstützer der Bahninitiativen an einen Tisch zu holen. Die Finanzierungsmöglichkeiten für Bahnnebenstrecken werden die Abgeordneten im Landtag thematisieren.

Autor

 

Bilder