Bad Salzungen Neustart im Kulturverein

Der neue Vorstand des Kulturvereins Bad Salzungen (von links): Philipp Hendreich, Stefanie Ihling, Reiner Jokschies,Steven Brodrecht, Jutta Baumert, Philipp Graichen, Stefan Slowig, Melanie Böhm-Fink, Markus Täubner Foto: Peter Schmidt

Die Corona-Pandemie hat auch den Kulturverein Bad Salzungen zeitweise lahmgelegt. Nun startet der Verein wieder durch – mit einem komplett neuen Vorstand.

Bad Salzungen - 16 Jahre sind genug. Jens Klische hat sein Amt als Vorsitzender des Kulturvereins Bad Salzungen abgegeben. „Als ich Anfang 2006 das Amt übernahm, dachte ich im Leben nicht daran, dass ich dieses Amt über 16 Jahre innehaben werde“, sagte Klische bei der jüngsten Mitgliederversammlung im Pressenwerk. Mit Klische beendet auch Wolfgang Graichen seinen Job im Kulturverein. Ohne den Geschäftsführer „hätten ich und auch der gesamte Vorstand seine Arbeit nicht machen können“, so Klische weiter. Doch nicht nur Klische und Graichen ziehen sich zurück. Auch die anderen Vorstandsmitglieder werden sich künftig nur noch aus der zweiten Reihe für den Verein einsetzen. Sie machen den Weg frei für eine zum Teil deutlich jüngere Generation – eine „Mischung aus alten und neuen Gesichtern“, wie Klische sagt.

Mit Optimismus solle es nun in die Zukunft gehen. Ob die Corona-Pandemie dabei mitspielt, ist allerdings eine entscheidende Frage. Das letzte Konzert konnten die Gäste des Kulturvereins am 15. Februar vergangenen Jahres miterleben. Damals stand Harro Hübner auf der kleinen Bühne im Kellergewölbe. Seither herrschte Stille. Keine Veranstaltung, kein Clubabend, kein Open Air, nichts. Das Virus hatte die Kultur lahmgelegt.

Nun wagt der Verein einen Neustart. „Manche Dinge brauchen Zeit zum Reifen. Dann werden sie zu einem unvergleichlichen Genuss.“ So charakterisiert sich das Pass over Blues Quartett, das morgen beim Open Air am Haunschen Hof gastiert. Blues und Bluesrock aus Deutschland.

Ein weiterer Hörgenuss dürfte das Open-Air-Konzert am 18. September werden. Dann stehen Cannachris und JBS auf der Open-Air-Bühne. Irgendwie Pop, irgendwie Rap oder einfach nur gute Musik. Cannachris (32), gebürtig aus Bad Salzungen, verbindet den Rap mit Gesang und bedient sich vieler Elemente, die nicht unbedingt dem klassischen Hip-Hop zuzuordnen sind. Songs wie „Meine Stadt Bad Salzungen“ oder der nachdenkliche Spaziergang „Über Werrawiesen“ zeigen seine Heimatverbundenheit.

Wie es dann weitergeht? Die Frage lässt sich derzeit nur schwer beantworten. Herbst und Winter lassen kein Open Air zu. Und im Kulturkeller stehen die Chancen auf Konzerte angesichts der vierten Corona-Welle nicht besonders gut. Die Auflagen durch ein entsprechendes Hygienekonzept dürften wie im vergangenen Jahr so hoch sein, dass sie nur mit unverhältnismäßigem Aufwand erfüllt werden können. Ein Grund mehr, das derzeit spärliche Angebot an Konzerten zu nutzen. Wer weiß, wann die nächste Möglichkeit besteht, gute Live-Musik zu erleben.

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