Bad Salzungen/Leimbach Verdachtsfall im Bauhof der Stadt

Krisenmodus im Bad Salzunger Rathaus: Die Verwaltung ist abgeschottet, auch das Bürgerbüro bleibt heute geschlossen. Im Bauhof gibt es einen Verdachtsfall auf eine Coronavirus-Infektion.

Bad Salzungen/Leimbach - Als die ersten Coronavirus-Fälle in Deutschland gemeldet wurden, hat Bad Salzungens Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler) einen Krisenstab gebildet. Ihm gehören der 1. Beigeordnete, der Hauptamtsleiter, der Ordnungsamtsleiter, die Büroleiterin des Bürgermeisterbüros und natürlich der Bürgermeister an. Zudem gibt es einen erweiterten Krisenstab, bestehend aus der Personalratsvorsitzenden, allen Amtsleitern, der Leiterin der Stabsstelle, dem Leiter des Bauhofes, der Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit sowie der Gesamtleiterin der Kindertagesstätten. Für sie alle gab es in den letzten Tagen viel zu tun. Täglich saß man zusammen, um die Abläufe festzulegen, alles Notwendige zu organisieren und auf die aktuellen Ereignisse zu reagieren.

Notbetreuung

Die Öffnungszeiten in den Kinder-Einrichtungen mit Notfallbetreuung ändern sich: Montag bis Freitag von 6 bis 16 Uhr. Ansprechpartnerin für alle Angelegenheiten im Bereich Kindertagesstätten ist Christina Reum-Kleineidam. Sie ist erreichbar unter 03695/86315 (Montag bis Donnerstag 7 bis 15 Uhr und Freitag von 7 bis 12 Uhr).

Seit Dienstag sind auf Anordnung des Landes die Kindergärten geschlossen. "Alle haben gut mitgezogen, auch die Eltern", sagt Klaus Bohl. Die Eltern seien informiert worden. Wer Anspruch und Bedarf auf eine Notbetreuung hat - dabei richtet man sich nach den Vorgaben des Landes - kann einen Antrag stellen. "Das läuft ganz unkompliziert", so Bohl. Der Kindergarten in Frauensee ist komplett geschlossen. Hier gab es für diese Woche auch keinen Betreuungsbedarf. Gleiches gilt für Tiefenort. Der "Schloss-Kinder-Garten" bleibt zu. Drei Kinder, die Anspruch auf eine Betreuung haben, gehen nächste Woche in die Kindertagesstätte "Regenbogenland" in Bad Salzungen. Bis zum 19. April geschlossen ist auch die Kindereinrichtung in Hämbach. Geöffnet ist die Kindereinrichtung "Solestrolche", wo in dieser Woche täglich drei Kinder betreut werden. Die Notbetreuung sichert außerdem die Kindertagesstätte "Regenbogenland" Haus 1 in Bad Salzungen ab. Gegenwärtig kommen täglich sechs Kinder. Ziel sei es, so Bohl, möglichst wenig Kinder zu betreuen, um eventuelle Infektionsketten zu unterbrechen.

Die Erzieherinnen erledigen im Moment Arbeiten, die liegengeblieben sind. "Zum Beispiel wird jetzt Inventur gemacht", erklärt Leiterin Christina Reum-Kleineidam. Vorbereitet werden die anstehenden Elterngespräche über die Entwicklung des Kindes. Dazu müssen die Entwicklungsbögen bearbeitet werden. "Für die nächsten drei Wochen gibt es genug Arbeit in den Einrichtungen", sagt sei. Zudem würden Überstunden abgebaut. Danach, ergänzt Bürgermeister Klaus Bohl, werde man schauen, welche Aufgaben zu vergeben seien. "Da müssen wir flexibel reagieren." Eine Aufgabe könnte sein, alle Straßenlampen der Stadt zu erfassen. Man wolle ein Beleuchtungskataster erstellen.

Abgeschottet vom Besucherverkehr ist das Bad Salzunger Rathaus. Geöffnet war bis Mittwoch lediglich das Bürgerbüro. "Wir haben Schutzmaßnahmen getroffen, für den Mindestabstand gesorgt und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt", erklärt Bohl. Doch seit Donnerstag ist auch das Bürgerbüro geschlossen. "Wir haben einen Verdachtsfall auf eine Coronavirus-Infektion in unserem Bauhof." Eine Mitarbeiterin hatte über Symptome geklagt. Zudem war sie zuletzt in der Schweiz. "Auch wenn die Schweiz kein Risikogebiet ist, wollen wir auf Nummer sicher gehen." Die Mitarbeiterin wird auf das Coronavirus getestet. Das Ergebnis soll wohl heute Nachmittag vorliegen. Alle Mitarbeiter des Bauhofes bleiben zu Hause, bis der Fall abgeklärt ist. Auch das Bürgerbüro bleibt so lange geschlossen, ist aber telefonisch oder per E-Mail zu erreichen.

Wieder alles anders

Gestern kam mit der Allgemeinverfügung des Landes und des Wartburgkreises die nächste Aufgabe für den Krisenstab. Was man am Vortag bezüglich der Trauungen und Trauerfeiern festgelegt hatte, war schon wieder hinfällig. Etliche neue Anordnungen, wie die Schließung der Spielplätze, müssen umgesetzt werden.

Für die Umsetzung der angeordneten Schließungen von Dorfgemeinschafts- und Vereinshäusern sorgen die Ortsteilbürgermeister und Vereinsvorsitzenden. Für die Bürger gibt es Aushänge im Ort. Bei den Feuerwehren der Stadt sind alle Schulungen und Ausbildungen abgesagt. "Es ist wichtig, dass die Kameraden einsatzbereit bleiben." Ist ein Feuerwehrmitglied erkrankt, muss dies der Stadtverwaltung gemeldet werden. "Nur so können wir reagieren, wenn die Einsatzbereitschaft gefährdet wäre." Dann würde man ein Einsatzteam aus allen Feuerwehren zusammenstellen.

In Leimbach hat Bürgermeister Kurt Senf (Freie Wähler) alle vom Wartburgkreis verhängten Schließungen umgesetzt. Leimbach-Halle, Sportplatz, Jugendclub und Vereinshäuser dürfen nicht genutzt werden. Auch der Kindergarten ist geschlossen. Es gibt aber für Eltern, die in bestimmten Berufen arbeiten, Betreuungsangebote. Groß ist der Bedarf nicht. "An manchen Tagen sind es zwei Kinder, an anderen nur eins", berichtet Kurt Senf.

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