Holz erlebt eine Renaissance. Noch vor 15 bis 20 Jahren, als Öl oder Gas "in" waren, verrottete das Holz im Wald. Doch parallel zum Energiepreis stieg die Beliebtheit des Brennstoffs. "Holz hat einen unmittelbar erlebbaren Gebrauchswert - vor allem als Brennmaterial. Ich kann es sofort nutzen", erklärt der Bad Salzunger Forstamtsleiter Jörn Uth. Deshalb habe das Holz im Wald auch so "an Wert gewonnen". Doch während 99 Prozent dafür zahlen und wissen, dass Holz kein Gemeingut ist, gibt es auch das eine Prozent, das den Förstern Sorgen bereitet, weil es sich im Wald unerlaubt selbst bedient.

Wie hoch der Schaden für Forstwirtschaft und Industrie ist, kann Uth nicht beziffern. Aber er ergänzt, dass es den Menschen, die zum Nulltarif zugreifen, egal sei, ob es Privat-, Kommunal- oder Staatswald ist. "Einer unserer Förster hat erst vor Kurzem ein Paar erwischt, das gerade dabei war, einen Stamm zu zerschneiden und auf einen Autoanhänger zu laden", erzählt Uth. Die Ausreden der Ertappten sind meist ähnlich. "In diesem Fall versteckten sie sich hinter der Behauptung, den Förstern einen Gefallen tun zu wollen, indem sie einen Stamm entfernen." Das seien ganz klar Schutzbehauptungen, um einer Strafe zu entgehen, sagt Uth. "Das Unrechtsbewusstsein ist bei diesen Menschen vorhanden. Sie wissen sehr gut, dass es verboten ist." Außerdem ist Holzklau kein Kavaliersdelikt. "Diese Leute kundschaften die Lage aus und fahren dann vorsätzlich zu einer Zeit, in der sie glauben unentdeckt zu bleiben, in den Wald, laden das Holz auf und stehlen es. Das ist keine Bagatelle mehr." Zumal die vielen Ehrlichen für ihren Brennstoff bezahlen.