Suhl/ Bad Salzungen - Die Türken im Alter von 29, 23 und 24 Jahren hatten sich als falsche Polizisten ausgegeben und wollten eine 77-Jährige um deren Bargeld betrügen, wie der Suhler Kripochef Andreas Beez am Mittwoch erklärte.

Zuvor wurde die Rentnerin mehrfach mit der Rufnummern-Kennung 110 angerufen. Angeblich würden die Banken ihrer Region größere Mengen Falschgeld ausgeben, sagten die Betrüger. Sie solle deshalb alles Geld von ihrem Konto abheben, anschließend würden Zivil-Polizisten die Scheine bei ihr zu Hause prüfen. Geistesgegenwärtig rief die Rentnerin aber die richtige Polizei an. Als die Betrüger vor ihrer Tür standen, klickten die Handschellen. Die Tatverdächtigen sind nach Polizeieinschätzung nur die Kuriere und deshalb wieder auf freiem Fuß. In Berlin werde aber weiter gegen sie ermittelt. Ein Haftantrag sei aussichtslos gewesen.

„Die echte Polizei ruft niemals an und verlang Geld oder Schmuck“, sagte Beetz. Die Frau aus dem Wartburgkreis habe genau richtig reagiert. Bedauerlicherweise nähmen Fälle von Betrug an Senioren auch in der Region immer stärker zu. Die Geschädigten verlören oft mehrere Tausend Euro „bis zu allem, was sie für ihren Lebensabend gespart haben“. „Es ist ein Irrglaube zu meinen, weil die Bevölkerung bei uns immer älter wird, nimmt auch die Kriminalität ab und man braucht weniger Polizisten“, sagte Beez. Nach Einschätzung des Bundes Deutscher Kriminalbeamter wird der Trickbetrug von hochprofessionelle Banden durchgeführt, die in der Regel vom Ausland aus operieren und für ihre Einsätze nach Deutschland kommen oder auf in Deutschland lebende Landsleute zurückgreifen. oa