Fischbach - Im Kreativraum der "Schule im Grünen" riecht es wie in der Alchimistenküche. Überall brennen Kerzen, Gläser mit bunten Flüssigkeiten stehen auf den Tischen. Anita Ruppert ist in ihrem Element: Sie freut sich über die vielen Gäste, die von ihr das sorbische Ostereier-gestalten erlernen wollen. 56 ist sie und lebt seit 1987 in Fischbach. Doch an ihrer Sprache erkennt man unschwer: Von hier stammt sie nicht. Aus dem südlichen Spreewald kommt die gelernte Elektrikerin ursprünglich, und von dort brachte sie eine uralte sorbische Technik mit in die Rhön: das Ostereier-Gestalten mit Wachs und Farbe. Ihre Mutter hatte es an sie weitergegeben, "für den Hausgebrauch, nicht zum Kommerz." Auch Bräuche wie das Walleien, bei dem man Eier aus einer Grube am Hang herunterkullert, lernte die aus einem Dorf bei Calau stammende "Randsorbin" daheim noch kennen. In der Rhön, wohin sie der Liebe wegen zog, gibt sie seit etlichen Jahren nun schon die Geheimnisse an Interessierte weiter - erst "zuhause an Freunde, dann an Neugierige in der Wanderhütte des Fischbacher Wandervereins - und dann wurde es dort zu eng. Seit sechs Jahren bin ich mit einem Kurs bei Horst Hössel zu Gast, immer in der Osterwoche", erzählt die sympathische Frau, für die das Ostereier-Betupfen "die reine Entspannung vom Alltag ist".
Bad Salzungen "Enkeleier" und eins zum Essen
Redaktion 03.04.2015 - 00:00 Uhr