Bach-Festival Ab Donnerstag: „Bach (er)lebt“

Berit Richter

„Bach (er)lebt“ heißt es von Donnerstag, 6. Juli, bis Sonntag, 9. Juli, beim diesjährigen Arnstädter Bach-Festival. Neben drei großen Konzerten gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm.

Der künstlerische Leiter und die Festivalmanagerin: Jörg Reddin und Alexandra Lehmann freuen sich, dass es bald losgeht. Foto: /Berit Richter

„Es ist eine positive Anspannung“, sagen Alexandra Lehmann und Jörg Reddin. Für die Managerin des Bach-Festivals und dessen künstlerischem Leiter hat die absolut heiße Phase des Festival-Vorbereitungs-Endspurts begonnen. Ab Donnerstag steht unter dem Motto „Bach (er)lebt“die Kunst im Mittelpunkt. Dann soll alles für Auftretende wie Festivalbesucher perfekt sein.

Nach der Werbung weiterlesen

„Wir richten jetzt zum Beispiel die Spielstätten her, schmücken die Kirchen“, erklärt Alexandra Lehmann. Auch telefoniere sie viel mit den Künstlern, kläre letzte Details ab, frage, welche Wünsche es noch zu berücksichtigen gäbe. An diesem Mittwoch wird sie bei Arnstadt Kristall die Geschenke abholen, die jeder Mitwirkende als Erinnerung an Arnstadt erhalten wird. Alexandra Lehrmann weiß aus Erfahrung: „Wenn das Eröffnungskonzert gut gelaufen ist, dann wird die Anspannung von mir abfallen.“

Junge Künstler gesucht

Bei Jörg Reddin dreht sich „im Moment auch die Freizeit ums Bach-Festival.“ Für den Kantor heißt es auch üben, wird er doch den einen oder anderen Programmpunkt mitgestalten. „Zum Beispiel haben wir in der Liebfrauenkirche die Generalprobe für die ‚Kirchenkoboldgeschichten’ mit Evelyn Günther und Schülern der Harald-Bielfeld-Grundschule. Da bin ich schon sehr gespannt, wie das wird“, sagt er. Generell schaue er mit großer Vorfreude auf das Festival.

Dessen Motto „Bach (er)lebt“soll sowohl darauf hinweisen, dass man bis zum 9. Juli in Arnstadt Bach erleben kann, aber auch dass die Musik des großes Komponisten weiterlebt. Dafür sorgen 26 Programmpunkte. Ein weiterer muss leider ausfallen, der Kunsthandwerkermarkt in der Oberkirche. „Aufgrund unvorhergesehener Händlerabsagen ist es nicht möglich, den Programmpunkt wie geplant durchzuführen“, bedauert Alexandra Lehmann. Die Oberkirche soll trotzdem Samstag und Sonntag für Besucher geöffnet sein und auch mit Musik gefüllt werden. Deshalb hat die Festivalmanagerin einen Aufruf gestartet: „Wir suchen nach jungen Klassikkünstlern, die schon immer davon geträumt haben, in der Oberkirche Musik zu machen und somit die Möglichkeit haben, die Kirche an diesen Tagen mit Leben und Musik zu erfüllen. Die jungen Künstler werden eingeladen, sich kostenlos zu entfalten.“

Zwei Zusagen hat sie schon. Das Duo Gambelin, das am Samstag in der Dornheimer Traukirche auftreten wird, wird die Oberkirche am Sonntag für Proben nutzen. Und am Samstag kommen zwischen 11 und 12 Uhr Künstler aus Erfurt. „Wir würden uns über weitere Unterstützung freuen. Wer in der Oberkirche musizieren möchte, kann sich unter info@bach-festival.de bei uns melden“, so Lehmann.

Große Konzerte und viel mehr

Neben den drei Hauptkonzerten (siehe Infokasten) lenken sie und Jörg Reddin die Aufmerksamkeit auch auf das umfangreiche Rahmenprogramm. „Das gibt es in diesem Jahr wieder in vollem Umfang. Auch unser kulirasches Angebot, was wir in den letzten Jahren aufgrund der Coronaeinschränkungen nicht durchführen konnten, gibt es wieder“, freut sich Alexandra Lehmann.

Stadt- und Sonderführungen, eine Tour zu Arnstadts Orgeln und Geschichten für Kinder gibt es auch einige kostenfreie Programmpunkte. So lädt Kantor Jörg Reddin wieder täglich um zu 15-minütigen-Kurzkonzerten ein. Ein Höhepunkt ist am Sonntag, 9. Juli, 10 Uhr, der Kantatengottesdienst in der Bach-Kirche. „Zu einem abwechslungsreichen und erstklassigen Festivalerlebnis gehören neben Solisten, Chören und Ensembles seit den ersten Tagen des Bach-Festivals auch Gottesdienste“, heißt es in der Ankündigung. Das Besondere diesmal: Der Schlusschoral der Kantate soll von der Gemeinde mitgesungen werden. Wer mitsingen möchte wird gebeten, sich schon 9.40 Uhr in der Kirche einzufinden, um sich kurz abzustimmen.

Los geht das Bach-Festival bereits am Donnerstag um 9 Uhr mit den „Kirchenkoboldgeschichten“ in der Liebfrauenkirche. A´ Nachmittag bestreitet die Musikschule ihr Schuljahresabschlusskonzert und am Abend gibt es einen Vortrag über Anna Magdalena Bach. Dass dafür Bürger ihr Privathaus öffnen, freut Alexandra Lehmann besonders. Das offizielle Eröffnungskonzert bestreitet am Freitag um 19.30 Uhr in der Bachkirche Mezzosopranistin Britta Schwarz. Enden wird das Festival nach vier ereignisreichen Tagen am 9. Juli an gleicher Stelle mit dem Calmus Ensemble. Für diese und auch alle anderen Veranstaltungen gibt es noch Tickets an der Tageskasse.