B 89-Sperrung Die Umleitung wird einfach ignoriert

Statt der Autos drehen der Straßenfertiger und die Dampfwalze am Kaufland-Kreisel ihre Runden. Bauarbeiter der Strabag bringen neuen Asphalt auf. Foto: Zitzmann

Kaum eine Woche ist der Kaufland-Kreisel in Sonneberg dicht, da häufen sich laut Polizei die Verwarngelder, die wegen Missachtung der vorgesehenen Umleitungsstrecken ausgesprochen werden.

Sonneberg - Gleich mehrere Problemfelder macht offensichtlich die aktuelle Baustelle an der Bundesstraße 89 auf. Wie berichtet (Freies Wort vom 14. April ) wird der Kaufland-Kreisel saniert und kommt man nach dem Isaak zwar zu Kaufland, Schraube-Baumarkt und Total-Tankstelle, aber nicht weiter nach Sonneberg. Eigentlich. Vom Hinterland kommend ist eine Umleitungsstrecke stadteinwärts ausgeschildert, jedoch hält sich wegen des rund 20 Minuten langen Umwegs über Meilschnitz und Neustadt bei Coburg längst nicht jeder daran.

Vielzahl an Verwarnungen

Polizeihauptkommissar Wilko Stephan von der PI Sonneberg verweist dabei auf Kontrollen, die in den letzten Tagen mehrfach stattgefunden haben: „Was ich sagen kann, dass eine Vielzahl von Verwarngeldern an den Mann oder die Frau gebracht wurden. Uns ist bekannt, dass die Umleitung wenig bis gar nicht beachtet wird“, sagt Stephan. Wie viele polizeiliche Stippvisiten es gab und wie viele Verkehrsteilnehmer auf Abwegen waren, dazu werde keine Statistik geführt. Doch die Einbahnstraße im Gehrenweg – eines der Ärgernisse – zeitweilig aufheben und eine Ampelregelung für die Dauer der Bauarbeiten zwischenschalten?

Dies sei wohl wegen zu erwartenden Ampelphasen von bis zu fünf Minuten kein gangbarer Weg für die Verkehrsbehörden gewesen, lässt der Polizist wissen. Auch der Hallgrund – eigentlich als Forstweg deklariert – werde als Ausweich genutzt, um etwa von Mengersgereuth-Hämmern auf dem schnellen Weg in die Kreisstadt zu gelangen.

Abseits der Stammstrecke

Weniger die Falschfahrer als vielmehr jene, die gerade durch Bettelhecken und Mürschnitz brettern, hat Holger Schunke im Blick. Denn die Umleitungsstrecke stadtauswärts führt vorbei am Marienthal, der Fleischerei Rose, an Baxenteich, Bäckerei König, Gastwirtschaft Luthardt und endet oberhalb der Tankstelle mit der Auffahrt auf die B 89. „Keiner hält sich an Tempo 30 oder gar die Rechts- vor Linksregelung, die zur Zeit ab der ehemaligen Bettelhecker Schule gilt“, hat Schunke festgestellt. „Das Schild dazu am Abzweig nach Bettelhecken sehen wohl die Wenigsten“, ist er überzeugt.

„Wir Anwohner fahren schon vorsichtiger und langsamer, um uns auf die Situation einzustellen.“ Zwar sei die Strecke neu asphaltiert, aber deswegen längst nicht die Hauptstraße. Gerade an den Abzweigen zum Ebenholz, zum Bahnweg oder Richtung Hallgrund gelte keine Vorfahrt auf der Umleitungsstrecke, sondern müsse geschaut und gewartet werden, erinnert der Anwohner nochmals diejenigen, deren Stammstrecke normalerweise nicht durch Mürschnitz und Bettelhecken führt.

Vorzeitige Öffnung in Sicht

Die Bauarbeiten, ursprünglich vorgesehen bis 30. April, schreiten gut voran: Mitte dieser Woche wurde neuer Asphalt im Kreisel aufgebracht. Laut Carsten Fehringer vom Landesamt für Bau und Verkehr erfolgen am Montag noch Markierungsarbeiten und der Fugenverguss. „Wenn die Arbeiten abgeschlossen werden können wie geplant, können Autofahrer im Laufe des Dienstags voraussichtlich wieder durch den Kreisel rollen.“

Autor

 

Bilder