AWO Sano Ferienzentrum Oberhof Von hunderten Urlaubsanfragen überrollt

Caroline Berthot

Durch das Programm Corona-Auszeit für Familien häufen sich die Anfragen im AWO Sano Ferienzentrum Oberhof. Etliche Familien aus ganz Deutschland wollen hier einen geförderten Urlaub verbringen.

An der Rezeption haben Astrid Bartholome, Andrea Ehrlich, und Liesa Eisner Foto: /Michael Bauroth

Oberhof - „Wir bearbeiten hunderte Mails am Tag und am nächsten Tag sind schon wieder hunderte im Postfach.“ Die Flut an elektronischer Post, die seit einiger Zeit das AWO Sano Ferienzentrum in Oberhof erreicht, reißt nicht ab. Auch das Telefon klingelt ständig. Die Mitarbeiter an der Rezeption sind im Dauereinsatz. Was Geschäftsführer Bernd Wernicke aus seinem Haus berichtet, ist auf die „Corona-Auszeit für Familien“ zurückzuführen. Durch das Förderprogramm erhalten Familien unter bestimmten Voraussetzungen einen kostengünstigen Urlaub (siehe Infokasten). Das Interesse daran ist enorm, auch im AWO Sano in Oberhof.

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Gut 400 E-Mails am Tag zu bearbeiten

„Trotz aller großen Erwartungen an das Programm hat uns die Nachfrage überrollt“, sagt Bernd Wernicke. Seit die Bedingungen für die Förderung und die teilnehmenden Einrichtungen veröffentlicht wurden, erreichten hunderte Anfragen von Familien das Ferienzentrum. In den ersten Tagen seien die Mitarbeiter gar nicht in der Lage gewesen, alles zu bearbeiten. „Das Haus ist trotzdem gut gefüllt und wir müssen uns ja auch um die Gäste kümmern, die schon hier sind“, meint Bernd Wernicke. Vor allem für die Rezeption bedeute es viel Arbeit und er ziehe den Hut davor, was die Mitarbeiterinnen derzeit leisteten.

Rund 400 E-Mails sind es, die sie Tag für Tag bearbeiten. Anfragen, Formulare, Buchungen. Das Interesse am Ferienzentrum freut den Geschäftsführer, aber er muss auch einräumen: „Wir kommen nicht hinterher“. Es sei schon ein großer bürokratischer Aufwand mit dem Programm verbunden, zahlreiche Formulare müssen ausgefüllt, die Voraussetzungen der Familien geprüft werden. Bernd Wernicke bittet daher um Verständnis, dass der Berg an Anfragen erst Stück für Stück abgearbeitet wird und dass die Familien, die ins Ferienzentrum kommen wollen, mitunter ein wenig auf Antwort warten müssen.

Buchungen bis in den nächsten Herbst hinein

Die ersten Gäste, die über die „Corona-Auszeit für Familien“ Urlaub machen, sind bereits in der Einrichtung am Rennsteig. Schließlich sind in einigen Bundesländern wie Hessen und Berlin schon Herbstferien. Auch außerhalb der Ferienzeit gebe es für dieses Jahr zahlreiche Buchungen, sagt Bernd Wernicke. „Und für nächstes Jahr haben wir ebenfalls sehr viele Anfragen. Für den Winter natürlich, für Januar und Februar, aber auch für den Sommer bis hinein in den Herbst.“

Wobei der Buchungsstand für 2022 ohnehin schon gut gewesen sei. Fast auf dem Vor-Corona-Niveau, erklärt der Geschäftsführer. Man sei also nicht auf das Programm des Bundesfamilienministeriums angewiesen gewesen. „Es macht uns aber die Häuser voller.“

So voll, dass die Fördermittel, die dem Haus über die „Corona-Auszeit für Familien“ in diesem Jahr zustehen, bereits ausgeschöpft sind. Man könne zum Glück einen Nachschlag beantragen, auch weil nicht so viele Einrichtungen mitgemacht hätten wie gedacht, sagt Bernd Wernicke, der die Mittel aufgrund der großen Nachfrage aufstocken lassen möchte. Inzwischen gibt es nur noch Restplätze im AWO Sano Ferienzentrum. „Wir buchen das, was geht.“

Eine Auszeit für Familien in der Pandemie

• Das Programm „Corona-Auszeit für Familien“ wurde vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufen.

• Damit soll den von der Corona-Pandemie stark belasteten Familien zur Erholung ein kostengünstiger Urlaub ermöglicht werden.

• Konkret bedeutet das, dass 90 Prozent der Kosten für Unterkunft und Verpflegung in einer Familienerholungsstätte oder in einer Jugendherberge übernommen werden.

• Die Corona-Auszeit kann bis zu sieben Tage dauern und zwar einmal im Jahr 2021 und einmal im Jahr 2022.

• Das Programm richtet sich an Familien mit kleineren und mittleren Einkommen sowie an Familien mit einem behinderten Angehörigen. Die Voraussetzungen werden im Vorfeld geprüft.

• Mehr Infos dazu gibt es auf: