AWG-Wohngebietsfest Wo Türen sich nicht verschließen

Dreimal im Jahr lädt die AWG Wohnungsbaugenossenschaft „Rennsteig“ eG wechselnd zu Wohngebietsfesten. Nach Oberhof und Zella-Mehlis sind nun die Bewohner der Aue I von ihrem Vermieter bei einem gemütlichen Beisammensein verwöhnt worden.

Gemeinsam feiern? Die Mieter in der Aue I sind gern dabei. Foto: /Karl-Heinz Frank

„Jeder macht besonders in dieser Zeit seine Türe zu, wir machen sie weit auf“, sagt Olaf Luge einen Satz, der eigentlich auch Credo seines Vermieters ist. Der Suhler wohnt in der Aue I und gehörte mit Nachbarn und mitunter längst Freunden zu jenen, die am vergangenen Samstagnachmittag der Einladung der AWG zum Wohngebietsfest zwischen den Wohnblöcken folgten. Pavillons und Biertische waren hier aufgebaut, ebenso eine Versorgungsstrecke sowie eine Bastel- und Tattoo-Ecke für die jüngsten Besucher. Prächtig die Stimmung an den Tischen, wo Gespräche schnell in Gang kamen. Die Freude war bei manchem Gast groß, mit dem Nachbarn, der eigentlich gleich nebenan wohnt, endlich einmal wieder einen Plausch zu halten. Alle emsig umsorgt von einem AWG-Team, das in seiner Freizeit für reichlich Gebrutzeltes und Getränke sorgte. Mittendrin der Vorstandsvorsitzende Frank Brösicke. „Seit den 1990-er Jahren laden wir an den verschiedenen Wohnstandorten zu den Festen ein“, sagt er. Er findet es wichtig, dass sich die Mitglieder treffen können, alle miteinander ins Gespräch kommen. „So sind auch wir nah an ihnen und so mancher kleinen Sorge, die auf kurzem Weg gleich vor Ort geklärt werden kann“, beschreibt er den positiven Effekt neben dem gelebten Miteinander, das ebenfalls zu den Grundideen einer Genossenschaft gehört.

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Doch von Problemen keine Spur. Nicht einmal von Problemchen. Stattdessen Freude über den netten Nachmittag. So etwa auch an dem Tisch, an dem die Bratwurst-Clique sitzt. So nennen sich Bewohner der Leonhard-Frank-Straße 18 und 22, die am Abend zuvor erst gemeinsam vor dem Eingang Nummer 22 den Abend ausklingen ließen. So, wie am Freitag davor und dem davor sowie dem davor auch.

Bunt gelebtes Miteinander

Seit Jahren lebt das bunte Trüppchen genau das, was die AWG mit ihren Angeboten fördern möchte. Es hat sich einfach so entwickelt. Da alle auf der Bank vor der 22 keinen Platz finden, bringt jeder seinen Stuhl gleich mit. Natürlich auch Getränke oder wonach ihnen der Sinn steht. Wird es kälter, gibt es Glühwein, die Zeit, in der auch dem großen Nadelbaum vorm Haus der Weihnachtsschmuck angelegt wird. Nur wenn es arg zu ungemütlich vom Wetter wird, verlagern die stets zehn, zwölf Mitglieder der Clique ihr Treffen in den Keller. Gemeinsam feiern sie übrigens auch Geburtstage oder Einstandspartys. Wie die von Hans Künstler, der nach fünf Jahren Wohnungssuche fürs Alter 2022 in Haus Nummer 22 gelandet und mit offenen Armen empfangen worden ist. Ebenso die Jüngsten im Bunde. Das ist die Familie von Najib Azimi, der mit seiner Frau Soma und dem kleinen Söhnchen Osman vor zwei Jahren in die Aue I gezogen ist und das Zuckerfest mit in die Truppe brachte, wo es selbst zubereitete traditionelle afghanische Gerichte gab. Und im September unternehmen alle gemeinsam einen Ausflug nach Frauenwald zum Steakessen.

Zum Bestand der AWG in der Aue I gehören fünf Häuser mit je 40 sowie der Neubauteil mit 54 Wohnungen. Ein Gebiet, das der AWG laut Frank Brösicke kaum Sorgen bereitet. Der Altbestand wurde hier bewusst um die Hälfte geschrumpft, die verblieben Häuser blockweise modernisiert. Erst Fenster, Fassaden, Haustechnik, Balkone, Haus- und Eingangstüren sowie nach Auszügen dann wohnungsweise auch innen. „Gemeinsam mit der Stadt ist es gelungen, einen guten Standort zu entwickeln, der auch bei jungem Publikum wieder an Beliebtheit gewinnt.“